Pia liest

Pia liest

Geschichten für Alle!

Transkript

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00:00:00: Hallihallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Pia Liest.

00:00:05: Es ist der letzte Samstag im Monat, das bedeutet ich habe euch eine Folge mitgebracht!

00:00:11: Und die hat es wirklich in sich – ich wünsche euch jetzt schon viel Spaß dabei.

00:00:15: –.

00:00:16: bevor wir da aber hinkommen möchte ich natürlich noch ein kurzes Update geben und mich bedanken!

00:00:24: Im September sind folgende Titel mit meiner Stimme erschienen.

00:00:42: Dann Death's Daughter von S.A.

00:00:45: Barnes erschienen im Argonnenverlag, das hat mir viel Spaß gemacht!

00:00:50: Eine schöne Urban Fantasy mit einer tollen Protagonistin und einer sehr guten Idee auch ein bisschen erwachsener würde ich sagen.

00:00:58: also wenn ihr da Bock drauf habt dann hört da mal gerne rein in Deaths Daughter.

00:01:02: Dann mein Highlight des Monats Other Mummy von Josh Mallerman erschien bei Hörbuch Hamburg und dieses Ding ist Wirklich wirklich das Hörbuch zu dem Film mit Jessica Giustane, der im Oktober in die Kinos kommt.

00:01:18: Also perfekte Unterhaltung zum Durchgruseln!

00:01:22: Das Buch durfte ich komplett alleine sprechen und es ist was ganz Besonderes, denn es ist aus der Perspektive der achtjährigen Bella geschrieben.

00:01:30: Dann Die Finca von Kirsten Nähle habe ich gelesen gemeinsam mit Tim Gössler.

00:01:35: Er schien bei Polymorph Audiobooks und ist ein schöner Thriller.

00:01:40: Date a Devil von Penny Juniper habe ich zusammen mit Michael Bogart gelesen, ist bei Hamburg erschienen und das hat sehr viel Spaß gemacht.

00:01:48: Penny Junipa ist großartig in witzigen Dialogen.

00:01:52: die Rolle der Protagonisten war sehr, sehr cool, sehr ungewöhnlich Und auch hier handelt es sich um eine Romanticie mit viel Humor und vor allem auch ja dem Subgenre Paranormal Romcom wenn nicht jetzt wie ich das jetzt gelernt habe von Penny selbst.

00:02:11: Dann haben wir Last but not least Zauberwort und Katzenfoto von Annika Hanke, das hab' ich zusammen mit Luis Friedemantile gelesen und es ist im Agon-Verlag erschienen!

00:02:20: Und das is eine Cozy Fantasy ganz ohne Spice eher so in ne... Ich würde sagen Jugendberichtung, wobei die Protagonisten auch schon erwachsen sind und es ist eine ganz süße schöne Holsem-Geschichte.

00:02:35: Wir sind in einem Hexenladen unterwegs und der Protagonistin ist ein junger Hexe und hat ganz viel Spaß gemacht und war ganz gemütlich, hat ganz tolle Herbstweibs.

00:02:47: also wenn das für euch cozy und schön klingt dann hört er gerne mal rein!

00:02:53: Dann danke an Christina, Gordon und Thorsten für eure Unterstützung via PayPal.

00:02:58: Die drei haben mir einen Betrag ihrer Wahl via Paypal an dankeatpia-lis.de geschickt.

00:03:04: Das könnt ihr auch tun wenn ihr mich monetär unterstützen möchtet.

00:03:07: Wenn ihr mich anderweitig unterstützen möchte dann könnt ihr das natürlich auch tun indem Ihr Bewertungen abgibt oder indem ihr den Podcast empfehlt.

00:03:16: ich freue mich sehr über alles.

00:03:18: Und wenn ihr Bock habt, kommt doch mal bei Instagram vorbei.

00:03:20: da findet ihr mich unter pia.liest-unterstrich und dann nehme ich euch manchmal mit in den Studioalltag wahrscheinlich jetzt in nächster Zeit in meinen Umzugstress denn mein Umzug steht an nächste Woche und ich sitze hier zwischen Kartons usw.

00:03:35: Ja genau!

00:03:36: Ich freue mich wenn wir uns im Oktober wieder hören denn dann ist mein Chaos langsam gewichen die Live-Season losgeht, auf die ich mich sehr freue.

00:03:49: Ich danke euch für heute fürs Zuhören!

00:03:52: Wünsche euch ganz viel Spaß mit Birds Eye View!

00:03:55: Er sieht dich überall und wir hören uns nächsten Monat wieder.

00:04:04: Bird's Eye View – er sieht dich überall.

00:04:10: Wahrheit ist es vor der die Meinung erbleicht.

00:04:14: Prolog Im antiken Griechenland herrschte die Vorstellung dass einem jeden ein klares Schicksal vorher bestimmt war.

00:04:23: Bereits bei der Geburt wurde somit festgelegt, wie die weiteren Verläufe des Lebens eines Jeden sich zu winden und zu biegen hatten.

00:04:31: Durchaus konnte man durch Orakel deren Seeer den Vogelflug deuteten mehr über das eigene Schicksal erfahren.

00:04:38: Unabdinglich jedoch war die Vollstreckung jenes Schicksales denn an diesen zu rütteln änderte nichts.

00:04:45: Zu wissen was passiert doch nicht dagegen unternehmen zu können – dies ist das Schicksall der Menschen!

00:04:52: Man kommt nicht in die Welt, um sich auszusuchen sondern um Vorlieb zu nehmen.

00:04:57: Wilhelm Rabe – oft verliert man das Gute wenn man das Bessere sucht.

00:05:06: Als Raphael an jenem von Wolken verhangenen Morgen aus dem Haustrad viel sein Blickgedanken verloren gehen Himmel.

00:05:13: Für gewöhnlich interessierten ihn die Trivialitäten des Alltages kaum mehr als dass sie so zu seien hatten wie sie es eh und je pflegten.

00:05:21: doch diesen Tag als gewöhnlich zu bezeichnen war alles andere als bedacht.

00:05:26: Du musst es tun, finde endlich eine Geschichte!

00:05:31: Geisterhaft wanderten die Befehle seines Vorgesetzten durch den Palast in seinem Kopf.

00:05:37: Noch vor fünf Jahren hatte in diesem ein prächtiger König der Fantasie residiert – doch inzwischen hingen die Mauern schief und von wahrer Inspiration war bereits längst nicht mehr die Rede.

00:05:47: Die schlimmste aller Krankheiten hatte von Raphael Besitz ergriffen wenn man denn in der Haut eines Autors steckt und suchte ihn nun heim.

00:05:56: Phantasielosigkeit Ein einziges Meisterwerk war ihm vergönnt gewesen, ein Werk das für die Kurzlebigkeit des Augenblickes alle Blicke auf sich gezogen hatte und in den Richtung der großen Literaten verfrachtet zu haben schien.

00:06:11: Aber so schnell wie der tosende Sturm aus Lob-und Anerkennung aufgezogen war – so schnell war er auch wieder verflogen!

00:06:18: Nun jedoch wurde er sich der gesamten Folgen seines Ritters durch den Sturm bewusst und musste mit Schrecken mit ansehen, und bereits das Fundament, auf das er so lange hingearbeitet hatte zu unterspülen begann.

00:06:33: Kleine Geschichten zu schreiben war keine Kunst – nicht mehr seit er erkannt hat was eine Geschichte mit sich bringen musste um den nötigen Anklang zu finden… aber ein Buch!

00:06:44: Die Kunst der Bücher wars in der so kurzlebigen Welt um sie herum die Einstweilen nur noch aus nichtswiegendem Datenströmen bestand, sich ihren Platz in der Welt zu sichern.

00:06:56: Du weißt was passiert wenn du dir noch einen weiteren Fehltritt erlaubst.

00:07:00: Nicht einmal du wirst dich dann noch vor dem Sturz bewahren können.

00:07:03: Niemand kann deinen Fall da noch

00:07:04: bremsen.".

00:07:07: Als Raphael durch seine eigene Stimme aus seinen Gedanken gerissen wurde, schien eine gewisse Unruhe in ihm zu wohnen.

00:07:13: Alles in ihm wollte geradezu aus ihm entweichen – er wollte im wahrsten Sinne des Wortes aus seiner Haut fahren und das Weite suchen, doch er wusste, dass er diesen Termin nicht weiter aufschieben konnte.

00:07:24: Die Welt um ihn herum schien für die gesamte Dauer des Weges stillzustehen.

00:07:29: Nur vereinzelt begegnete er einem Menschen Und wenn, dann trugen sie die Mäntel mit weit hochgezogenen Kragen und hatten ihre Hüte tief in ihre Gesichter gezogen.

00:07:39: Niemand schien an diesem Wolken verhangenen Tag auch nur die Anwesenheit des erlöschenden Star-Autos wahrzunehmen.

00:07:46: Die Schritte seiner auf hochglanzpolierten Sonntagsschuhe erhalten dumpf von den Wänden der Häuser wieder – und vermischten sich mit dem vereinzelten Motorgeräuschen, die über dieses Eisfalt mehr hinweg glitten.

00:07:58: Noch während Raphael die Türe auf Schob wurde es ihm klar….

00:08:02: Er hatte nichts!

00:08:03: Nichts, dass er einem Verleger vorlegen konnte.

00:08:05: Jedenfalls nichts das zu gebrauchen

00:08:07: wäre.".

00:08:09: In einem Anflug von Trauer und Wut hob er die Hand – und war bereits in Begriff auf die große Glasfront des Verlages Willmut & Schrödingern niederzufahren als diese sich mit einem metallischen Zischen und dem freundlichen Klingeln einer digitalen Glocke zur Seite schob und einen Schwall aus Worten gelächter und gähnen zu ihm dringend ließ.

00:08:29: Ach Sie sind es, Herr Reichardt.

00:08:31: Kommen sie doch herein!

00:08:32: Helmuth erwartet sie bereits in seinem Büro.

00:08:36: Das Lächeln der Sekretärin reichte gerade noch um Raphaels Arm langsam wieder sinken zu lassen.

00:08:42: Verdammt das hatte doch ohnehin keinen Sinn.

00:08:44: Wieso überhaupt aufkreuzen wenn das einzige was er als Manuskript aufzuweisen hatte ein belangloses und von zweifel getränkten Zeilen besudeltes Häufchen Altpapier war?

00:08:57: Verdammт wo waren sie

00:08:58: hin?!

00:08:59: Wo waren die Worte hingetragen worden, die einst seinen Geist kultivierten und ihn zu einem angesehenen Schriftsteller hatten werden lassen?

00:09:07: Die Hände an den Tisch geklammert um das Zittern zu verbergen galt Raphaels Aufmerksamkeit ungeteilt den Worten des älteren Herrn.

00:09:15: Seinen stechenden und erwartenden Blick konnte er dennoch nicht erwidern – und so dachte dieser schon bald, Raphael folge ihm nicht mehr.

00:09:28: Sind sie sich im Klaren darüber, welche Konsequenzen ihr Handeln mit sich trägt?

00:09:32: Auf den Zeilen die Sie mit ihrem eigenen Namen handschriftlich abgesegnet haben.

00:09:37: Der Mann schien das Wortregel recht aus zu quetschen und man spürte bis über den Tisch hinweg seine angestrengten Versuche nicht loszubröllen.

00:09:44: ist in Schwarz- und Weißfest gehalten dass sie uns zwei weitere Bücher schulden.

00:09:50: Zwei Sie hatten fünf Jahre Zeit und das Einzige, was sie in dieser enormen Zeitspanne aufbieten konnten waren vereinzelte Kurzgeschichten und dieses abgemagerte vernebelte Wortgefecht – dass sie mir als Buch aufbinden wollen.

00:10:04: Ich habe schon vieles gesehen aber, dass sich ein Werk so sehr gegen den Willen des Verfassers auflehnt kann nicht einmal ich fassen!

00:10:10: Was ist geschehen?

00:10:11: Dass sie der ehemals aufstrebendste zeitgenössische Auto um ihr einen so zusammenhangloses Ding

00:10:17: abliefern?!

00:10:19: Gegen Ende ging seine Stimme in ein melancholisches Seufzen über und er sah nunmehr bedrückt, als wütend zu dem Herrn herüber.

00:10:26: Knapp in der Hälfte seiner Zwanziger – und doch schon ausgebrannt!

00:10:30: Die Tränen in den Augen schlugte Raphael leise.

00:10:35: Zwei Wochen In zwei Wochen muss er erneut erscheinen und bis dahin solle er die Grundstruktur für ein neues Werk vorlegen, ansonsten müsse der Verlag andere Seiten aufziehen.

00:10:46: Andere Seiten stand in diesem Fall mit größter Wahrscheinlichkeit für eine vertragsrechtliche Klage.

00:10:54: In zwei Wochen konnte man nicht einmal ein Buch lesen und dessen Inhalt wirklich komplett analysieren.

00:10:59: Wie sollte man dann bitte in zwei Wochen einen Werk aufbauen?

00:11:03: Er war geliefert, würde er nicht binnen den nächsten dreizehn Tage einen Geistesblitz haben – so werden seine Tage als von der Gesellschaft geachteter Mann gezählt.

00:11:12: Mehr noch!

00:11:13: Würde er versagen, so wäre das der Untergang seines Namens….

00:11:17: Ein Autor dessen Welle aus Erfolg einmal zu erliegen gekommen ist, kehrt nie wieder

00:11:21: zurück.".

00:11:23: Ein geprügelter Hund, der sich versteckt und nichts weiter tun kann als auf sein Ende zu warten.

00:11:28: So in etwa verhielt es sich mit einem zugrunde gegangenen Autor.

00:11:34: Zu Hause angekommen glitt Raphaels Blick erneut zum Himmel.

00:11:37: Noch immer hingen dort die düsteren Ausgeboten der Fabrikschlote bestehend aus einem Gemisch aus Ruß-und Asche, verdunkelten den Tag und beraubten ihn seines Lichtes.

00:11:48: Die Treppen knürschten vertraut Und doch fühlte sich Raphael so unglaublich fremd in diesem Haus, als er Gedanken verloren von der Tür in den zweiten Stock lief und in sein Arbeitszimmertrat.

00:11:59: Der Bildschirm des Rechners war schwarz und verstaubt – die alte Schreibmaschine seines Vaters bereits unter einer so tiefen Staubschicht versunken, dass die Lettern kaum mehr zu entziffern waren und nur noch sporadisch hindurch kamen.

00:12:12: All seine Worte waren zum Erliegen gekommen und schon seit geraumer Zeit herrschte in seinem Apartment genau wie in seinem Schädel gernende Lehre!

00:12:20: Früher hatte er Regenbesuch gehabt, täglich gingen Leute ein und aus, hielten Gespräche mit ihm ab und tagten mit ihm zusammen über den neuen Manuskripten.

00:12:30: Scheiße verdammt!

00:12:31: Wo waren sie alle hin?

00:12:33: All die brennenden Worte deren feuriger Atem die Leute angeheizt hatte und sie die Bücher verschlingen lassen hatte... Als er am Tag nach seiner ersten Publizierung aufwachte, hatte ihn ein merkwürdiges Gefühl der Lehre beschlichen und kurz darauf, als er von seinem urplötzlichen Erfolg eingeholt wurde, ließ dieser ihn einfach zurück.

00:12:54: Immer weiter in Verzug war er geraten – es war einfach nichts mehr da was zu gebrauchen wäre!

00:13:00: Ernöchtert stellte er wenige Tage nach erscheinen seines Buches fest das er bereits all seine Gedanken in dieses eine Buch gesteckt hat.

00:13:07: Dieses Buch Das Binnen eines Monats zum absoluten Bestzeller geworden war und nach nur einem halben Jahr in fünfundsechzig Sprachen die Grenzen seiner Träume weit hinaus in die Welt trug.

00:13:19: Dieses Buch, dem eine so ungeheuer brachiale Wortkapazität innegewohnt hatte – das es alle anderen Erscheinungen jenen Jahres- und des darauf folgenden Regelrecht im Flug zerfetzt hatte.

00:13:31: Aber es war eben nur dieses eine Buch gewesen, dass ihm gelungen war.

00:13:35: Eine einzige Eingebung!

00:13:38: Grübeln half ihm jetzt auch nicht weiter und so beschloss Raphael noch einmal seine Wohnung zu verlassen, um aus der Stadt zu fahren.

00:13:46: Wer wusste es?

00:13:47: Vielleicht fuhr er einfach weiter!

00:13:49: Immer weiter bis er am Ende einer großen Kurve ankam – jedoch nicht bremste sondern gerade darauf Zufuhr und zusammen mit seinem verdammten Buch in die Tiefe stürzte wo er für immer in Vergessenheit geraten würde.

00:14:03: Gedanken verloren trat er durch den langen Flur und ließ seinen gedankenfreien Raum Einfach all seinen Gedanken, welche nun in wilden Impulsen durch seine Synapsenschossen und all die schönen und schlechten Zeiten seines Lebens Revue passieren ließen.

00:14:18: Eine einzelne Träne ran über das Gesicht des Mannes als er die Tür aufschloss und die Straße betrat – die tief liegenden Wolken hingen immer noch unheilverheißend über dem Ort, während sie das Licht geradezu verschlangen.

00:14:33: Irritiert wich sein Blick von der grauen Mauer auf den Boden zu seinen Füßen, wo er einen alten, loderigen Karton erblickte….

00:14:41: Was zum?

00:14:42: Generft bückte er sich und griff nach diesem, vermutlich handelte es sich um die letzten Versionen seines Meisterwerkes, die er noch signieren sollte.

00:14:50: Vermutlich würden es auch die letzten Zeilen sein, die ihr je niederschreiben würde – so miserabel war seine Lage!

00:14:56: Er spielte bereits mit dem Gedanken versteckte Wortwitze als Nachrichten zu hinterlassen, um seinen treuen Lesern ein letztes Lächeln auf die Lippen zu zaubern, als er vom Anblick des Inhaltes ins Grübeln versetzt wurde.

00:15:09: Das waren wohl Bücher….

00:15:11: Jedoch waren es nicht seine.

00:15:13: Vielmehr waren es irgendwelche Niederschriften eines Unbekannten, eingefasst in weißes Leder und mit metallen Lettern versehen.

00:15:21: Die unglaublichen Fälle des T.A.

00:15:23: Uwe lautete die Überschrift.

00:15:26: Gerade wollte er sich das Kartons entledigen als sein Blick auf einen Brief fiel.

00:15:31: Eingefasst in ein schäbiges Kuvert lag er auf dem Boden des Kartons und war ihm bis zu diesem Zeitpunkt nicht aufgefallen.

00:15:38: Nun jedoch, da er seine Aufmerksamkeit erregt hatte, schien es geradezu eine magische Bindung zwischen ihm und dem Stück Papier zu geben.

00:15:46: Mit Argus Augen wendete er den Umschlag in seinen Händen und sah auf ein erstaunlich kunstvolles Siegel – wie anakronistisch!

00:15:54: Seufzend zog er den Karton in seiner Wohnung und machte sich über dessen Inhalt her.

00:15:59: Zuvor jedoch faltete er das Kuvert auf, entnahm den Brief und las.

00:16:05: Diese Zeilen entstanden der Wahrheit, die für immer vergessen werden wollte.

00:16:10: Sie sind das Erbe der Vergangenen.

00:16:12: Niemals wird sich jemand an diese Namen erinnern und dennoch waren sie eines Teil dieser Welt.

00:16:18: Ich hoffe, Sie können die Last dieser Namen auf Ihre Schultern laden und Ihr Erbe tragen ohne sich in der Vergagenheit zu verlieren.

00:16:26: Denn andernfalls wird sich Ihr Name bereits nicht allzu ferner Zeit ebenfalls innerhalb dieser Seiten wiederfinden.

00:16:33: Hochachtungsvoll!

00:16:38: Obgleich das Interesse des Mannes an einem fremden Werk zur Zeit niedrig bis nicht existent war, konnte er sich den Worten des Briefes nicht mehr entziehen.

00:16:46: Das Erbe der Vergangenen!

00:16:49: Neugierig taxierte Raphael einen der Bände.

00:16:53: Was waren sie überhaupt?

00:16:55: Jemand hatte ihm diese Bücher – nein dieser Bände –

00:16:58: dargelassen?!

00:17:00: Bei genauerer Betrachtung fiel ihm auf, dass es sich bei allen Abschnitten in den Bänden um Ausschnitte von Tagebüchern handelte.

00:17:06: Alle samt aus unzähligen Federn stammend und zwangsläufig miteinander.

00:17:10: durch diese Bücher verbunden lagen sie wie ein uraltes verwunschenes Vermächtnis in diesem Karton.

00:17:18: Hätte er doch niemals diesen Karton erhalten!

00:17:22: Hätte auch niemals diese Grenze überschritten!

00:17:27: Beinahe zärtlich strichen seine Finger über das rauere Leder des ersten Bandes.

00:17:31: Es rohr nach Kerzen und war bereits etwas modrig.

00:17:34: Die Seiten litten augenscheinlich unter dem Lichteinfall, und hatten einen Gelbstich erhalten.

00:17:39: Auch das Papier schien schon mehr einem zerfüllsten Haufen zugleichen, denn einem wirklichen Einband – und die Bindung knarzte unheilverheißend beim Aufschlagen des Bandes.

00:17:50: Hätte er doch niemals diese Seiten gelesen!

00:17:54: Der fallende Traum des Sonnenlandes und der Brief der Wahrheit.

00:17:59: Scheißig lange Name, aber was soll's?

00:18:01: Ich habe ohnehin kein Recht mehr jemanden anhand seiner Schriften zu werten.

00:18:05: Dafür müsste ich erst mal vor meiner eigenen Türe

00:18:07: kehren.".

00:18:08: Raphael stöhnte leise auf, das Buch strömte einen unappetitlichen Duft aus der wie Modriga Nebel aus den Seiten empor stieg und über den Boden kroch.

00:18:18: vermutlich würde nach dem Lesen wohl seine ganze Wohnung den Geruch aufgenommen haben und er durfte ordentlich querlüften wenn es denn bloß so einfach wäre meine Sorgen wegzuwählen.

00:18:28: dabei ist mein Vorgesetzter doch mindestens genauso modrig uns herfallen Verbittert lächelnd, huschte das Titelblatt unter seinen Fingern hindurch und offenbarte einen fein säuberlich auf Schreibmaschine verfassten Text.

00:18:44: James Serafem Thompson Erster Dezember, nineteenhunderteinundvierzig.

00:18:51: Heute wachte ich schweißgebadet auf mitten in der Nacht.

00:18:55: Ich versuchte es Doch dieser Traum ließ mich in dieser Nacht keine Auge mehr schließen.

00:18:59: Die Erinnerungen – sie sind viel zu klar.

00:19:03: Manche Teile kann ich noch ganz klar vor meinem inneren Auge sehen, andere wiederum scheinen bereits wie Rosten des Eisen zu vergehen und wie solches Sprüde zu werden.

00:19:12: Bevor ich also nun diesen Traum vergesse will ich ihn niederschreiben denn sollte er – so stimme Gott bei!

00:19:18: Mehr als nur ein Traum sein muss sich ihm schnellstmöglich dem Ministerium für Sicherheit… nein den Präsidenten höchstpersönlich schildern.

00:19:28: Ich schreibe diese Zeilen während alles um mich herum noch still

00:19:31: ist.".

00:19:31: Wir haben zurzeit drei Uhr vierzig am ersten Dezember nineteenhunderteinundvierzig.

00:19:37: Ich, der Beginn meines Traumes wird bereits unklar und erscheint mir nicht weiter schlüssig aber ich erinnere mich in einem fremden Körper aufgewacht zu sein.

00:19:46: Schon so diesen Zeitpunkt war mehr klar dass etwas anders ist.

00:19:50: Etwas passte nicht.

00:19:52: Es schien beinahe so als wäre die Welt nicht mehr gerade sondern würde viel eher schaukeln.

00:19:57: Alles um mich herum surte und als ich verzweifelt in der Schwärze nach einem Anhaltspunkt suchte, ertasteten meine Finger eine kleine Taschenlampe.

00:20:06: Sie war nicht sonderlich hell aber der Lichtstrahl reichte aus, um meine Umgebung etwas genauer zu betrachten.

00:20:12: Um mich herum zeichneten sich gewaltige Träger ab riesige Eisenträger wie ich sie in meinem ganzen Leben noch nie gesehen habe.

00:20:23: Und wenn ich mein Ohr an die ebenfalls aus Eisen bestehenden Wände legte, konnte ich ein feines Rühren hören.

00:20:31: Es... es klang wie ein riesiger Schwarm Bienen!

00:20:35: Erst da fiel mir im Fallen Schatten an der Wand Der Verband an meinem Kopf auf und ich hielt mir diesen Ein pochendes Stechen durchströmte meinen Schädel und riss mich unweigerlich zu Boden.

00:20:46: Mist, Ich hatte noch nie erlebt dass ein Traum so stark schmerzen kann und er fühlte sich auch nicht wie für gewöhnlich dumpf und unecht an.

00:20:53: Er war viel zu real für einen Traum, um mich herum konnte ich eine Art Abstellkammer erkennen große Kisten mit Emblemen darauf.

00:21:03: aber seit ich mir in den Kopf gefasst hatte, war meine Sicht getrübt und verzerrt weshalb ich nicht weitererkennen konnte, um welche Art von Zeichen es sich dabei handelte.

00:21:14: An dieser Stelle befand sich eine rudimentäre und mehr als suddel denn als gitze bezeichnbare Abbildung des besagten Zeichens.

00:21:22: Vermutlich hatte der Mann wirklich keine genaure Vorstellung mehr von dem Zeichen gehabt, als er es abzuzeichnen begann und er hatte auch mittendrin aufgehört so dass nur etwa drei Viertel genau schraffiert waren.

00:21:34: Ich verliere mich in Details.

00:21:36: ich habe keine Zeit für solche Dinge!

00:21:38: Nun denn?

00:21:39: Ich war also in diesem Lagerraum.

00:21:41: über mir konnte ich nichts Genaueres hören Nur vereinzelte sehr dumfe Stimmen Und dieses Feine surren das jedoch nur von den Wänden zu reflektieren schien.

00:21:50: Die Lampe in der Hand und dem Verlauf des Lichtstrahles folgend, erblickte ich nach einigen Sekunden die Schäme einer massiven Tür.

00:21:58: Sie war ebenfalls aus Stahl gefertigt... Ich Irgendetwas sagte mir dass ich wusste was es genau gewesen war aber ist für mich gerade nicht mehr einfallen.

00:22:08: wars Himmel noch einmal!

00:22:11: Während meine Finger den Hebel nach unten drückten und die Türe sich einen spaltweit öffnete strömte mir ein salziger Geruch entgegen.

00:22:19: Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte sich bei dieser Anlage um eine Klinik nahe der See gehandelt haben.

00:22:24: Das würde zwar von dem Gesamtbild her passen, aber das erklärt nicht wieso ich so aufgeregt war!

00:22:29: Ich werde wohl noch einmal darüber nachdenken

00:22:32: müssen.".

00:22:36: James Seraphim Thompson – Zweiter Dezember, nineteenhundertundvierzig.

00:22:43: Ich bin heute erneut mit diesem Traume aufgewacht.

00:22:46: Diesmal jedoch ist die Erinnerung noch frisch und ich erinnere mich klar daran wie es weiter ging... Noch während ich die Luke öffnete, wurde mir diese Nacht klar, dass es sich wohl kaum um eine Klinik handelte.

00:22:57: Vielmehr schien all dies zu einem Schiff zu passen – einem gewaltigen Schiff!

00:23:02: Was darauf folgte, raubte mit den Atem und ließ mich erneut aus meinem Traum auffahren.

00:23:07: Meinem Tatendrang folgend und orientierungslos durch das Innere des Schiffs wankend erreichte ich schließlich eine große Treppe, die unmittelbar auf das Oberdeck führte.

00:23:17: Oben angelangt er kannte ich so dann auch woher das Sohren kam.

00:23:21: Ein riesiges Geschwader aus Fliegern erstreckte sich über den gesamten Horizont.

00:23:26: Verzweifelt blickte ich mich um und das Letzte, was ich erkennen konnte war ein großes grünes Metallschild auf welchem Military Naval Station Peer.

00:23:35: Weiter kam ich nicht mitlesen, denn etwas hartes traf meinen Hinterkopf – und ich wachte auf!

00:23:41: Jedoch….

00:23:44: Ich leide aktuell unter starkem Kopfschmerzen … Und allmählich beginne ich zu zweifeln dass dieser Schlag nur in meinem Traum stattgefunden hat.

00:23:52: Auch beschleicht mich seit geraumer Zeit – eigentlich schon seit ich vor einigen Stunden aufgeschreckt bin, ein sehr ungewohntes Gefühl.

00:24:00: Es scheint so als Laure in der Ecke, die ich gerade nicht ansehe, ein paar Augen das auf mich gerichtet ist und jede meiner Bewegungen verfolgt.

00:24:09: Aber da isst nichts!

00:24:11: Ich habe versucht dem Ursprung des Gefühls auf die Schliche zu kommen und die Quelle dann mit Licht anzuscheinen aber bislang konnte ich nicht sehen….

00:24:20: Das muss wohl der Stress unter Traum sein, die mich nicht mehr lux

00:24:22: lassen.".

00:24:24: Ich werde heute in die Bibliothek gehen und mir weitere Informationen zu militärischen Stützpunkten verschaffen.

00:24:30: Ich weiß nun auch wieder, wieso ich so dringend mit den Zuständigen sprechen wollte – das Schiff war leer!

00:24:36: Vollkommen leer… als wären bereits alle darauf

00:24:39: tot.".

00:24:42: James Seraphim Thompson, Dritter Dezember, nineteenhundertvierzig Mittag.

00:24:49: Zur Zeit befinde ich mich in der Bibliothek.

00:24:52: Als ich gestern hierhergehen wollte, war sie geschlossen.

00:24:55: Ebenfalls folgte mir dieses Gefühl, gab es kurz vor die Bibliothek.

00:24:59: Dann schwand das Uhr plötzlich!

00:25:02: Ich beginne allmählich daran zu zweifeln, dass ich mir das nur einbilde.

00:25:06: Jemand?

00:25:07: Irgendjemand ist da...ich kann ihn spüren.

00:25:10: Nachts wenn ich zur Ruhe zukomme versuche, kann ich es an meinen Fenstern knacken und ruckeln hören.

00:25:16: Ich habe schon nach Spuren eines versuchten Einbruches zu suchen begonnen aber finden konnte ich nichts dergleichen.

00:25:22: Dafür jedoch ein kleines Häufchen ans zerfledderten Federn Total zerrissen und verklebt von Blut.

00:25:29: Vermutlich war es ein Vogel, der von einer Katze dort oben überrascht und erlegt wurde – das scheint mir auch die einzig plausible Erklärung was diese Geräusche verursacht haben könnte?

00:25:39: Wie dem auch sei!

00:25:40: Genug zu meinen Schlafstörungen.

00:25:42: ich konnte inzwischen eine Liste von offiziellen Militärstützpunkten an mich bringen.

00:25:46: sie ist endlos.

00:25:48: Seit drei Stunden akkere ich mich durch dieses Verzeichnis, aber ich konnte bisher nichts finden das zu meinen Wagen Erinnerungen passen würde.

00:25:58: James Seraphim Thompson, dritter Dezember, nineteenhundertundvierzig Abend.

00:26:06: Auch auf dem Heimweg ist es... Ich habe das Verzeichnis mit nach Hause genommen doch noch während ich die Bibliothek verließ beschlech' mich erneut dieses Gefühl Im Innern der Bibliothek war's noch erträglich gewesen zum alles nie ganz abgeäbt war, außer in dem Moment als ich vor den verschlossenen Toren der Bibliothek gestanden hatte und unverrichteter Dinge zurück in mein Haus gegangen war.

00:26:31: Zu Hause angelangt fand ich einen toten Vogel von meiner Haustür.

00:26:35: Das alleine wäre kein Grund zur Sorge gewesen – immerhin gab es viele Katzen im Quartier und vom traurigen Schicksal des Vogels war ich ja bereits zuvor durch dessen Kampfspuren im Kenntnis gesetzt worden.

00:26:47: Zutiefst beunruhigend fand ich jedoch die Blutspur.

00:26:50: Sie führte direkt zu meiner Tür und schien geradezu unter dem Tierspalten durchzureichen.

00:26:56: Entsetzt schloss ich auf, nur um zu sehen dass die Blutspur mehrere Zentimeter bis in mein Haus hineinreichte... Das ... das konnte nicht sein!

00:27:05: Das widersprach jeglicher Rationalität.

00:27:08: Ich hatte doch abgeschlossen Und meine Tür war immer noch zu gewesen als ich wieder heimgekehrt war.

00:27:14: Den Kadaver des Vogels habe ich entfernt Doch er hat so unglaublich gestunken, dass ich ihn sogar hinter dem Haus im angrenzenden Waldstückchen begraben musste, damit ich ihn nicht mehr rieche.

00:27:24: Wiederlich!

00:27:25: Es scheint beinahe so als wäre der Leib in einem unnatürlich schnellen Zerfaltsprozess dahingeschieden – Nicht nur das erschien auch regelrecht ausgeweidet worden zu sein.

00:27:35: Verstört schittete ich das kleine Loch, in das sich ihn gebettet hatte wiederzu und hoffte, daß ich so etwas nie wieder erleben müsste… doch es blieb nicht bei diesem einen

00:27:46: Vogel.".

00:27:49: James Sarah Fim Thompson, vierter Dezember, nineteenhunderteinundvierzig.

00:27:55: Es ist gerade siebzehn Uhr neununddreißig und ich stehe in meinem Arbeitszimmer.

00:27:59: Heute fand ich genaueres zu dem Stützpunkt!

00:28:01: Ich habe... ...ich habe alles zusammengefasst und als Brief an das Verteidigungsministerium gesendet.

00:28:09: Ich will nichts mehr mit diesen Worten zu tun

00:28:11: haben.".

00:28:12: Seit ich den Brief verfasst habe, hat dieses Pochen in meinem Schädel an der Stelle, an der ich geschlagen wurde als ich vor einigen Tagen aus meinem Traum erwachte wieder zugenommen.

00:28:21: Außerdem sehe ich immer wieder aus dem Blickwinkel Augenpaare auf mich gerichtet.

00:28:25: Sie sind überall und doch kann ich nirgends auch nur eine einzige Menschenseele entdecken Verflucht!

00:28:32: Ungeachtet dessen das bereits diese Dinge mich allmählich um den Verstand bringen scheinen sich die Kuriositäten von Tag zu Tag zu helfen.

00:28:41: Immer und immer wieder kann ich es neben und hinter mir hören, das leise knacken.

00:28:46: Wenn ich nachsehe, finde ich meistens nichts.

00:28:49: Meistens.

00:28:51: Ab und an jedoch!

00:28:53: Ab und An – immer wenn ich wieder etwas mehr herausfinde oder kurz nachdem ich ein Gespräch mit Leuten beendet habe – immer und immer Wieder finde ich sie.

00:29:02: Sie häufen sich bereits in dem kleinen Wald in regelrechten Massengräbern.

00:29:07: Teils fallen sie einfach vom Himmel, dann finde ich Sie wieder in meinem Garten vor meiner Tür oder gar im Flur.

00:29:13: Sie scheinen regelrecht ein Muster zu bilden, denn es sind immer Tauben!

00:29:18: Ich habe begonnen mich mit der Bedeutung von Tauben zu beschäftigen.

00:29:22: Tauben sind seit Jahrhunderten die Überbringer von Nachrichten und diese überbringen mir immer nur eine Nachricht – das jemand….

00:29:29: nein … etwas ... sie immer und immer wieder

00:29:33: tötet.".

00:29:34: Heute Abend habe ich ein Schnee-Weißes-Exemplar gefunden.

00:29:38: Es lag einfach da, mitten auf der Schwelle zu meinem

00:29:41: Arbeitszimmer.".

00:29:43: Jemand hatte dem Tier alle Knochen und Organe aus dem Leib gerissen – dabei jedoch nur einen einzigen Schnitt hinterlassen, aus dem ein Blut getränkter Zettel hing!

00:29:52: Präkeps James Seraphim Thompson, fünfter Dezember, nineteenhundert einundvierzig zweiundzwanzig und neunundzwantzig.

00:30:07: Ich kann sie hören.

00:30:08: Überall knackt und raschelt es an meinen Wänden.

00:30:11: An den Fenstern kann ich zeitgleich ein Tocken- und Kratzen vernehmen, ich... Was?

00:30:18: Nein!

00:30:19: Wer auch immer das ist, er kommt.

00:30:21: Er wird in mein Haus kommen.

00:30:22: Das Pochen is' beinah

00:30:23: unerträglich.".

00:30:26: Die Geräusche – sie sind verstummt.

00:30:30: «Nein, nein, da iß wieder etwas… äh … Es ... es iß dem Haus.».

00:30:36: Es steht vor meinem Arbeitszimmer und versucht das Schloss aufzumachen.

00:30:39: Herr, steh mir bei!

00:30:43: Polizeibericht, sechster Dezember, nineteen-hundert-einundvierzig.

00:30:48: Heute Nacht um zwanzig Uhr dreißig ging bei der örtlichen Polizei eine Notfallmeldung ein.

00:30:53: Die Anwohner eines Hauses an der Straße Hausnummer In Washington meldeten sagenhaftes Geschrei Und Geknacker aus dem Haus nebenan zu vernehmen.

00:31:05: Als um zwanzig Uhr neununddreißig ein Streifenwagen hielt, um sich der Sache anzunehmen, fanden sie das Haus leer vor.

00:31:11: Jedoch schien es zu einem Kampf zwischen dem Eigentümer und dem Einbrecher gekommen zu sein, da auf dem ganzen Boden verteilt Blutspritzer und die Utensilien, die zuvor auf den Tisch gelegen haben mussten, nun auf dem Boden vertelt herumlagen.

00:31:31: Heute Morgen um sechs Uhr, sechsundfünfzig wurde in den Muren nahe des Lake Michigan die Leiche eines bis zur Unkenntlichkeit entstellten Mannes von Wanderern entdeckt.

00:31:40: Sein Gesicht soll laut den Aussagen der daraufhin ausgerückten Polizisten zertrümmert und von tiefen Wunden übersät gewesen sein.

00:31:47: Auch an Armen, Händen sowie am Oberkörper fanden sich tiefe Verletzungen.

00:31:52: Sie schienen vor einem spitzen konisch zulaufenden Objekt zu stammen das mit großer Gewalt in den Verstorbenen gehemmert worden war.

00:31:59: Die ermittelnden Forensiker fanden in seiner Hand einen Zettel auf dem Handschriftlich, Tackere zu lesen war.

00:32:05: Bei weiteren Untersuchungen konnte man im Magen des Verstorbenen einen Schlüssel finden – er musste versucht haben ihn vor jemandem zu verbergen und ihn heruntergeschluckt haben.

00:32:17: Medienbericht.

00:32:23: Am siebten Dezember um sechs Uhr sieben und dreißig kam es zu einem gewaltsamen Aufeinandersstoßen der amerikanischen und der japanischen Flotte auf dem Militärstützpunkt Pearl Harbor, auf den die Flotte der US-amerikanischen Streitkräfte sich versammelt hatte.

00:32:37: Heute Morgen um neun Uhr einundzwanzig ging ein anonymer Brief im Ministerium für Verteidigung ein in welchem der Verfasser von einem Angriff durch das Land der Sonne warnte und die Zuständigen dazu anhielt gegen Maßnahmen einzuleiten.

00:32:51: Untersuchungen zum Urheber des Briefes finden derzeit statt.

00:32:56: Raphael blickte fassungslos auf das Buch vor ihm, die Tagebucheinträge waren wohl von dem Verfasser selbst niedergeschrieben worden doch sowohl die Polizei-Berichte als auch der Medienbericht stammten wenn man deren Inhalt Glauben schenkte nicht mehr von J S Thompson.

00:33:12: Skepsis hatte von Raphael Besitz ergriffen.

00:33:15: diese Geschichte wirkte doch etwas sehr wirr und zufällig geradezu zusammengeschustert.

00:33:21: aber dieses Siegel Aus reinem Spaß startete er seinen Rechner, wischte den Staub vom Bildschirm und gab in der Suchfunktion von Google Polizei-Omblähm Washington, nineteenhundertvierzig ein.

00:33:34: Und fassungslos starte er auf dem ersten Beitrag der Kategorie Bilder – es stimmte zweifels ohne überein!

00:33:45: Neugier der Ergriff von ihm besitz nachdem er sich etwas beruhigt hatte und so begann er die folgenden Texte zu lesen Alle stammten von anderen Verfassern und schienen ebenso zusammenhangslos und beinahe zufällig aneinander geheftet worden zu sein.

00:33:59: Einsicht die Tatsache, dass in jedem Bericht ein beinahr unglaubliches Ereignis geschildert wurde eine Nachricht am oder in der Nähe des Tatortes aufgefunden und der-oder-die Betroffene entweder verschwand, starb oder verrückt wurde zeichneten sich über die gesamte Aufzeichnung kontinuierlich ab.

00:34:16: Den gesamten Tag und bis weit in die Nacht hinein las Raphael alle Einträge aus dem ersten Buch, doch sie teilten bis auf diese Merkmale keine weiteren Gemeinsamkeiten.

00:34:26: Da musste aber mehr sein – immerhin hatte sich jemand die Mühe gemacht, sie zusammenzufassen und gar zu einem Buch zu binden.

00:34:35: Kleine Auszüge aus den Berichten, zusammengefasst durch Raphael Reichardt Die Tür der Männer in der Mauer.

00:34:44: In der Zeitspanne vom siebten bis zum fünftzehnten September neunzehnhundert und fünfzig hörten die Einwohner eines mehrstöckigen Wohnkomplexes immer wieder unsäglich lautes Getose zwischen zwei benachbarten Apartments.

00:34:56: Darauf sollen leises Gelächter- und flüsternende Stimmen gefolgt sein.

00:35:00: Zur gleichen Zeit wurde gemeldet, dass aus etlichen Weisenhäusern Kinder verschwunden waren – die Polizei war dem zufolge in hoher Alarmbereitschaft!

00:35:09: Während der gesamten Zeitdauer sei der eine Einwohner nicht einmal aus seinem Apartment gekommen, während sein Nachbar vereinzelt nach draußen trat und große Mengen an Fleisch zu besorgen schien.

00:35:20: Laut den Aussagen der Zeugen habe der Mann in keiner erdenklichen Form auf irgendwelche Fragen- und Gespräche hin reagiert, sondern habe nur aus finsteren zu winzigen Punkten verzogenen Augen und ohne ein einziges Mal zu blinzeln die Anwohner angesehen – lediglich um daraufhin ein wässriges Glucksen aus seiner Kehle hören zu

00:35:37: lassen.".

00:35:40: Als die Polizei auf Drängen der Nachbarn und der Verwaltung wegen starkem Verwesungsgestand in die Wohnung des gluchsenden Mannes vordrang, fand sie den Mann tot unter Einfluss einer schwarzen Vollnis, die seine Haut zu bedecken begonnen hatte.

00:35:53: Sein Blick war auf die Wand vor ihm gerichtet, wo er auf eine den Vermietern bis dahin unbekannte Tür in der Mauer blickte.

00:36:00: Diese wurde geöffnet doch sie grenzte lediglich an eine dicke Backsteinmauer deren Ziegel neu zu sein schien.

00:36:07: Im Magen des Mannes fand man unverdauerte, nicht zerkaute und rohe Fleischstücke.

00:36:12: Seine Lungen sowie der Hals waren beinahe bis zum Ende der Speiseröhre mit Blut gefüllt.

00:36:19: Aus Bedenken heraus wurde ebenfalls die Wohnung des seit Tagen stillen Nachbarn gestürmt – was sie fanden überschritt jegliche Grenzen des menschlichen Vorstellungsvermögens.

00:36:29: Der Mann steckte in der Mauer parallel zu der Stelle an der auf der anderen Seite in der Wohnung des bereits aufgefundenen die Tür angebracht war.

00:36:36: Sein Unterleib fehlte.

00:36:38: Dafür war seine Haut ebenfalls von dem schwarzen Vollnispilz befallen, wie es auch bei seinem Nachbarn der Fall gewesen war.

00:36:45: Während man in der Wohnung des glucksenden Mannes große Mengen an später als menschlich deklariertem Fleisch vorfand, entdeckte man bei diesem Haufenweise ebenfalls später als Menschlich-Deklarierte Knochen.

00:36:58: Es konnte nie geklärt werden, wie die Männer ihre Opfer ohne einen Durchgang zwischen den einzelnen Apartments in Knochen und Fleisch aufgeteilt hatten.

00:37:06: Und wie diese in die Wohnungen gelangt waren.

00:37:09: Ebenso wenig konnte festgestellt werden wo der Unterleib des zweiten Mannes verblieben war oder wieso der erste Mann an seinem kanibalischen Mal ertrunken und erstickt war.

00:37:18: In der weiterführenden Untersuchung wurde ein Nebenraum aufgebrochen, der mit Vogelkot bedeckt war und in dessen Wänden tiefe Kratzspuren hinterlassen worden waren.

00:37:27: In einer der Kerben fanden die Ermittler einen Zettelchen auf dem die Botschaft Gustare stand.

00:37:33: Des Weiteren fand man ein Tagebuch von einem der beiden Männern, indem dieser schilderte dass er und sein Freund etwas Falsches gesagt hätten und das sie jemand dafür bestrafe.

00:37:43: Wer dieser Jemand sei blieb ungewiss Doch der Mann beteuerte in seinen Schriften, dass dieser Hunger auf Fleisch erst aufgetaucht sei, seit er und sein Nachbar auf einem Kinderspielplatz eines der Kinder angepöbelt hatten.

00:37:56: Ich halte es nicht mehr aus – dieser Körper sieht einfach zu lecker aus!

00:38:01: Mit diesem Eintrag hatte das Tagebuch geendet.

00:38:06: Der Mann in den Türmen.

00:38:08: Am elften September, zwei Jahrzehnte, flogen zwei durch Passagiere gelenkete Flugzeuge in die Twin Towers und sorgten infolgedessen für deren Einsturz.

00:38:18: Auf Fotoreaufnahmen von besagtem Tag fand ein junger Fotograf vom Times-Magazin eine einzelne Bilderabfolge, die sein Interesse stark weckte.

00:38:27: Sie zeigte die schämenhaften Umrisse eines Mannes der auf einem Stahlträger stand und völlig verwirrt aus dem Loch das die Flugzeuge in den Turm gerissen hatten starte.

00:38:37: Genaueres konnte man darauf nicht erkennen doch seine Haltung verriet dass es sich um einen Herren etwa um die vierzig handeln musste.

00:38:45: Im zweiten Bild sah man, wie er sich abwandte und wieder in die Dunkelheit des Gebäudes zu laufen schien.

00:38:51: Auch die drei folgenden Bilder bildeten lediglich einen Bewegungsablauf des Unbekannten ab – doch im vierten Bild hatte sich der Mann umgedreht!

00:39:00: Die Schatten des Gebäudes und das Flimmern der Luft, das durch die Kerosinflammen entstand, verzerrten seine Umrisse stark.

00:39:08: Doch bei einer digitalen Nachbearbeitung konnte die Auflösung des Bildes soweit erhöht werden, dass man das Gesicht des Mannes ausreichend erkennen konnte….

00:39:15: Eine für einen Menschen unnatürlich Breite und bis zu den Augenreichende von spitzen Zähnen durchtriebene Fratze blickte den Fotografen unmittelbar an.

00:39:25: Der Fotograf wurde noch am selben Abend kurz nach dem Bericht der Statten an seine Vorgesetzten, von einem unbekannten Tier – man ging von einem streunenden Hund oder einer Raubkatze aus – bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt und in einer Mülldeponie nahe der Stadt gefunden.

00:39:40: Seine Augen waren aus den Höhlen gerissen worden und verkehrt herum wieder eingesetzt worden, als wolle er nicht mehr nach draußen sehen sondern etwas in sich selbst erkennen.

00:39:50: Vielleicht war es sein Versuch die Augen für immer vor der Wahrheit zu verschließen, vielleicht aber war es auch der Versuch von etwas anderem ihm die Augen fün Neues zu öffnen.

00:40:01: Immerhin wurde in seiner Speiseröhre ein Zettel gefunden – wie derer!

00:40:08: Raphael konnte es kaum fassen.

00:40:10: Alle Geschichten waren, ob schon unglaublich brutaler Natur – äußerst kreativ.

00:40:16: Zweifels Ohne waren sie nicht seine Ideen doch sie schienen ja nicht einmal richtig ausgeführt geschweige denn verlegt worden zu sein!

00:40:22: Für ihn jedenfalls stand fest dass er diese Geschichten gebrauchen konnte.

00:40:27: Nur brauchte er einen Deckmantel ein Motiv unter dem er diese grausamen Schilderung als seiner eigenen Ideen verbreiten konnte.

00:40:34: Lächelt taxierten seine Augen die Überschrift des ersten Bandes.

00:40:40: Vier Wochen später erschien die erste Auflage eines Sammelbandes mit dem Namen, die unglaublichen Fälle des T.A.-Ube im Verlag in dem Raphael unter Vertrag war.

00:40:51: Mit Mühe und Not hatte er seinen Verleger davon überzeugen können, seinem Werk eine Chance zu geben – dieser willigte Murrend ein, nahm dem jungen Mann jedoch das Versprechen ab, dass dieser bei einem Misserfolg dafür einstehen musste….

00:41:06: Der Anfang vom Ende.

00:41:09: Raphael glaubte nicht an Geister oder andere über natürliche Erscheinungen.

00:41:14: Und so ließen ihn die Schilderungen innerhalb der Geschichten, die er unter seinem Namen neu aufzog und sprachlich anpasste, kalt.

00:41:21: Dennoch keimte in ihm der Wunsch auf mehr über den Ursprung dieser Geschichten zu erfahren.

00:41:26: Jemandem mussten sie ja gehören – und eben jener jemand musste den Karton vor seiner Tür platziert haben!

00:41:34: Auf der Suche nach Hinweisen begann Raphael die Geschichten wieder und wieder zu lesen, sie bis ins kleinste Detail zu analysieren und selbst dort wo sie ohne Intention auftauchten Verbindungen zu schließen.

00:41:47: Beinahe manisch suchte er nach dem Ursprung all dieser Gedankengänge und mit der Zeit erkannte er einen weiteren gemeinsamen Nenner der Geschichten.

00:41:55: Alle Urheber berichteten von dem Auftauchen eines Gefühls der Beobachtung.

00:42:01: Ebenso berichteten sie in ihren letzten Aufzeichnungen stets, dass sie es nicht mehr aushielten.

00:42:06: Manche drehten gar ganz durch und setzten ihrem Leben selbst ein Ende – ehe dieses Dinges tun konnte, das sie zu beobachten schien.

00:42:14: Andere wiederum verstummten für immer.

00:42:17: Kalter Schweiß floss über Raphaels Rücken als er sich in seinem Stuhl streckte und auf seine Nachforschungsergebnisse blickte.

00:42:25: Die Nacht war still und aus dem kleinen Vorgarten hörte er das Rauschen des Windes, wenn dieser zwischen den Backsteinmauern hindurchpfiff und scharf an den Kanten gebrochen wurde.

00:42:35: Der weiße Lichtkegel der großen Lampe in seinem Zimmer zeichnete immer wieder unheimliche Schatten an die Palisaden hinter seinen großen Fensterfronten – doch was sie nun abzeichneten ließ ihn erstarren!

00:42:47: Aus dem Augenwinkel erkannte er für einen Flüchtigen kaum eine halbe Sekunde andauernden Moment eine Gestalt Eine in Dunkelheit gehüllte Person, die in der Schwärze dort draußen stand.

00:42:59: Sie war riesig!

00:43:00: Mindestens zwei Meter groß – die Augen klein wie Knöpfe und Kohlraben schwarz – zumindest der Teil der Augen, den er erkennen konnte.

00:43:09: Noch während sein Blick die Gestalt genauer taxieren wollte verschwand sie... Ich habe wohl zu viele von diesen Geschichten umgeschrieben….

00:43:17: Und jetzt, da ich müde bin spielt mir mein Verstand einen äußerst interessanten Streich.

00:43:25: Gähnend und mit knackenden Handgelenken streckte sich der junge Mann, und legte den Kopf in den Nacken.

00:43:34: Raphael beschloss das leise Tocken an der Scheibe zu ignorieren und schob sich mit einem Ruck nach hinten – dann schleppte er sich mit müden Knochen ins Bett.

00:43:44: Kaum zehn Minuten später lag er auch schon in seine Decke gemummelt da und versuchte seinen Verstand klarzubekommen….

00:43:50: doch er wurde diesen Gedankengang einfach nicht los!

00:43:54: Was wenn?

00:43:56: Was wenn diese Person doch mehr als ein Hyln gespinzt

00:43:58: war?!

00:43:59: Wenn es die Person war, von der in den Erzählungen die Rede war und die nun der Raphael in Dingen zu Stöbern begonnen hatte, die ihm nichts anging, ihn warnte.

00:44:08: Ihn unter Beobachtung hielt.

00:44:11: In jener mondlosen Nacht bekam Raphaele kein einziges Auge zu – dafür jedoch schien seine Sinne von Minute zum Minute schärfer zu werden.

00:44:20: Die gesamte Nacht überlauschte er in die Dunkelheit und suchte nach dem Tocken.

00:44:25: Doch es kehrte nicht wieder!

00:44:28: Gleich am darauffolgenden Tag begann auch Raphael ein Tagebuch zu führen, in dem er seine eigene Geschichte niederschrieb.

00:44:35: Die ganze Wahrheit wie Raphael Reichardt an seinen neuen Werke gelangt war.

00:44:39: Bereits beim Bannen der ersten Zeile auf das Papier vor ihm setzte ein ziehendes Gefühl in seinem Magen ein und unwohl sein Ergriff besitzt von ihm.

00:44:48: Sein Blick galt nun seiner bebenden Hand die sich davor zu sträuben schien seinen Willen gewähren zu lassen.

00:44:55: Ich werde mich doch nicht durch meine eigenen Schauergeschichten davon abhalten lassen, mein eigenes Tagebuch zu verfassen.

00:45:01: Die halbe Welt schreibt Tagebücher!

00:45:05: Den Kopf schüttelnd versuchte er sich zusammenzureißen, wieder Herr über seinen Körper zu werden – erfolgreich.

00:45:12: Erst mehrere Stunden später konnte er sich wieder genügend beherrschen umzuschreiben.

00:45:18: Allmählich begann er zu verstehen wie die Autoren dieser Geschichte sich gefühlt haben mussten.

00:45:22: Das pure Entsetzen breitete sich im gesamten Leib aus Während man etwas aufschreibt, dass der eigenen Logik gerade zu den Krieg erklärt.

00:45:33: Raphael Reichardt, XXV.

00:45:35: Juni, zwei Tausend Siebzehn.

00:45:38: Ich werde mich kurz halten.

00:45:40: Insgeheim halte ich all das für eine dumme Idee.

00:45:43: Der Sinn und Zweck meines Schreibens bleibt mir selbst unklar Ebenso was sich hier genau schildern soll.

00:45:49: Die folgende Zeilen mögen dementsprechende Rationalität des Lesers widersprechen.

00:45:53: Unabhängig davon sehe ich allerdings auch keinen Grund mich davor zu hüten An die Existenz solcher Phänomen erglaube weder ich noch mein Umfeld.

00:46:01: Generell hätte ich mir auch nie träumen lassen, mit solchen Werken auf so große Begeisterung zu stoßen!

00:46:07: Ich wünsche meinem Lesar viel Freude beim Erkunden der Wahrheit hinter meinem...pardon dem von mir ausgebesserten Werk.

00:46:14: Die Unglaublichen Fälle des T.A.

00:46:17: Ube.

00:46:20: Raphael Reichardt, XXV.

00:46:22: Juni.

00:46:25: Während ich heute begann, einen neuen Teil einer Geschichte umzuformen und anzupassen, beschlecht mich ein bis dahin unerklärliches Gefühl.

00:46:33: Es fühlt sich an wie ein Stechen-und-Brennen im Rücken – jedoch nicht auf einer physischen Ebene!

00:46:38: Ich verspüre es viel eher als ungute, beinahe erdrückende Vorahnung die meine Gedanken regelrecht

00:46:44: lähnt.".

00:46:52: Zur Zeit fällt mir das Schreiben der Geschichten immer schwerer, denn eine unbeschreiblich lästige Lethargie hat von mir Besitz ergriffen.

00:46:59: Geradezu als wolle sich mein Körper dagegen sträuben und mir weiter zu gehorchen erscheint mir jede Bewegung als Kampf mit mir selbst – und ich kann mich morgens kaum dazu durchregen

00:47:07: aufzustehen.".

00:47:10: Raphael Reichardt, Drei-Sichster Juni, Zwei-Tausend-Siebzehn.

00:47:15: Seit Tagen hält dieses Gefühl an.

00:47:17: Ich kann es beinah nicht mehr kontrollieren und spüre bereits wie ich bei lebendigem Leib einrosste.

00:47:23: Okay, diese Äußerung mag womöglich durch mein eigenes Empfinden und meinen Hang zur Dramatik verfälscht sein.

00:47:28: Aber ich kann ehrlich sagen das es mir alles andere als blendend geht.

00:47:32: Ebenfalls werde ich das Gefühl nicht los dass ich ständig beobachtet werde.

00:47:38: Raphael Reichardt erster Juli.

00:47:47: ständig an meinen Fenstern und lässt mir keine Ruhe mehr.

00:47:50: Ich bete inständig, dass dies alles meiner Vorstellungskraft entspringt – doch wenn man alle Umstände in Betracht zieht und einmal von der Logik absieht….

00:47:58: abstreiten kann ich es auch nicht

00:48:00: länger.".

00:48:02: Rafa Ehrachard II.

00:48:04: Juli, zwei Tausend Siebzehn.

00:48:08: Während meines heutigen Aufenthaltes im Verlag konnte ich keinen klaren Gedanken fassen.

00:48:12: Ich war ständig neben der Spur und habe zum Ärgern des Meines Verlegers mehrfach seine Fragen überhört und scheinbar verstört um mich geblickt.

00:48:19: Sie sagten, ich sei immer wieder für mehrere Sekunden wie weggetreten und einmalig beginne ich mir große Sorgen zu machen was mit mir geschieht.

00:48:27: Ich kann mich weder daran erinnern was sich da gesucht und gesehen habe noch will mir einfallen woher ich das alles weiß aber ich kann mich daran erinnern.

00:48:36: es ist eine beinahe geisterhafte Erinnerung und wenn mir jemand anders davon erzählte ich würde ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Glauben schenken!

00:48:45: Ich bin mir darüber hinaus auch im Klaren wie surreal diese Erzählung wirken muss.

00:48:50: Aber wenn auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass jemand wieder von all dem hier hört und diese Zeilen in einer ähnlichen Lage wie ich es bin liest – legt diese Bücher weg.

00:48:59: Gib sie schnellstmöglich weiter an irgendjemanden!

00:49:02: Und bete, dass sie nie wieder zu dir

00:49:03: zurückkehren.".

00:49:06: Raphael Reichardt, Zweiter Juli, zwei Tausend Siebzehn, Dreiundzwanzig und Vierundvierzig.

00:49:13: Während sich heute unterwegs war, schien mich alle Menschen um mich herum anzustahnen.

00:49:18: Ich konnte ihre Blicke wie brennende Eisen in meinem Nacken spüren, habe gesehen, wie sie mich mit seelenlosen Augen anstaaten.

00:49:25: Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und habe einen Mann der mich anstarte gepackt und geschüttelt.

00:49:30: Was wollen Sie von mir?

00:49:33: Als sich den Mann erneut ansah, fiel mir sein verwirrtes Gesicht auf.

00:49:37: Er schien geradezu von mir dasselbe zu denken.

00:49:40: Völlig perplex stolperte ich rückwärts und bemerkte, wie mich die Leute jetzt erst recht anzusehen begannen – sie hatten Angst vor mir!

00:49:49: Es hatte sogar ein Kind zu weinen begonnen und sich hinter seiner Mutter versteckte, als es mich erblickte.

00:49:55: Am Abend hatte ich dann Besuch von der Polizei.

00:49:58: Wir setzten uns in das Wohnzimmer und begannen über die heutigen Vorfälle zu reden.

00:50:03: Nach rund einer halben Stunde wurde mir klar wie verkrampftig da saß – und als wir in den Sinn kamen, dass ich den Beamten nicht einmal etwas zu trinken angeboten hatte, verlor ich beinahe den Verstand!

00:50:13: Ansonsten achtete ich doch Penibel darauf einen höchstes Maß an Gastfreundschaft zu wahren….

00:50:19: Meine Stimme war rau, als ich ansetzte und die Lippen bereits spröde.

00:50:22: Ich vergaß immer mehr Trivi alle Dinge wie meine Lippe zu befeuchten.

00:50:27: Der Polizist sah mich erschrocken an und fragte mich woran ich gerade gedacht hatte – verwirrt er wiederte ich den Blick?

00:50:34: Ich habe ihn doch gerade zugehört?

00:50:39: Kopf schütteln trat der Mann etwas nach vorne und sah mir tief in die Augen.

00:50:42: Er schien etwas darin zu suchen!

00:50:45: Mitten in seiner Bewegung hielt er inne und zog die Augenbrauen nachdenklich zusammen, sodass sich tiefe Furchten über sein Gesicht ausbreiteten.

00:50:54: Herr Reichert – kurz zögerte er erneut – bedachte scheinbar seine Worte, setzte dann jedoch erneud an.

00:51:02: Herr Reichert!

00:51:03: Sie haben seit fünf Minuten mit geweihteten Augen auf das Fenster hinter mir gestarrt und kein einziges Mal geblinzelt oder ihr Auge bewegt.

00:51:11: Sind sie sicher, dass es ihnen gut geht?

00:51:15: Perplex richteten sich meine Augen nun auf den Mann, der – ohne dass ich davon Kenntnis genommen hatte ein Glas mit Wasser in den Händen hielt.

00:51:23: Ein unerträgliches Jucken und Brennen breitete sich in meinen Augen aus und ich kniff sie stöhnd zusammen… Ich ….

00:51:31: ich hatte es vergessen!

00:51:33: Die Angst kehrte wie eine Flutwelle zurück und durchglitt jede meiner Adern zeitgleich Wie flüssiges Eisen das sich in mein inneres Ergoss und meine Adern verglühen ließ.

00:51:43: Genau so ein Brennendurchströmte mich, als ich unkontrolliert zusammenzuckte und zu Schluchzen begann.

00:51:49: Bitte helfen Sie mir!

00:51:51: Ich... er verfolgt mich in jeder Straße hinter jedem Fenster.

00:51:57: selbst nachts.

00:51:58: wenn sonst alles schläft kann ich seine Anwesenheit spüren erst überall und doch nirgends.

00:52:04: Wenn ich an die Decke sehe kann ich Seine Silhouette für den Bruchteil einer Sekunde erkennen.

00:52:08: dann ist sie weg Aber das Gefühl verlagert sich lediglich.

00:52:12: Es ist, als würde mich aus jedem Winkel etwas ansehen solange ich es nicht zurückansehe!

00:52:17: Es lauert nur darauf dass ich einmal die Augen schließe und sie lange genug nicht mehr öffne.

00:52:22: Helfen Sie mir!

00:52:23: Ich bitte Sie inständig selbst wenn ich dafür in eine Zelle muss... ...ich halte es nicht mehr

00:52:27: aus!".

00:52:30: Mitleidig blickte mich der Mann an und legte mir einer Hand auf die Schulter.

00:52:34: Ich werde ein Gesuch einreichen, dass Sie Unterstützung erhalten aber das wird mindestens bis morgen warten müssen.

00:52:40: Die zuständigen Stellen sind geschlossen und wir sind hier ebenfalls bereits außerhalb unserer eigentlichen Dienstzeiten aktiv.

00:52:47: Wenn sie sich so unwohl fühlen, dann bleiben Sie im Haus bis wir morgen

00:52:49: wiederkehren.".

00:52:50: – Ist das für Sie in Ordnung?

00:52:53: Panik breitete sich in meinem Körper aus!

00:52:56: Ich wollte geradezu aufspringen und mich an den Polizisten klammern, ihnen nicht gehen lassen.

00:53:01: Stumm nickte ich.

00:53:05: Rafa Ereichhardt, dritter Juli, zwei Tausendsebzehn, sieben Uhr dreißig Tonbandaufnahme auf Mobiltelefon.

00:53:13: Ich lag die ganze Zeit falsch.

00:53:15: Es ist nicht nur eine Person, er ist zwar auch immer irgendwo!

00:53:20: Er lauert vor meiner Tür darauf dass ich sie versehentlich nicht abschließe oder er sieht mich durch die Fenster an wenn ich jemand mehr erzählen will was ich gesehen habe.

00:53:27: aber es ist nicht er der mich überall beobachtet tagsüber zumindest nicht.

00:53:33: dieses rascheln das Kratzen und knacken an und in den Wänden und Scheiben resultiert nicht aus seinen Handlungen.

00:53:38: Das ist nicht eher sondern seine Augen Die unglaublichen Fälle des T.A.

00:53:44: Uwe, die Fälle entstehen weil er sie so lenkt!

00:53:47: Er lenkte die Leute dazu diese Fälle zu dokumentieren und er lässt sie dabei keinen Augenblick aus den Augen.

00:53:54: T. A. Ube ist ein anagrammes Wort Taube.

00:53:58: Alles in dieser Welt folgt der Hackordnung Und über der Taube steht die Krähe – die schwarzen Knopfaugen.

00:54:07: Ich kann mich wieder daran erinnern warum ich sie nicht genauer gesehen habe.

00:54:12: Er hat eine Maske getragen.

00:54:14: Ein riesiger Krähnschnabel aus Eisen, spitz und konisch nicht?

00:54:20: Als mir dämmerte was meinen Vorläufern wieder fahren war bin ich aus dem Haus gestürmt weg von all diesen verfluchten Zeilen.

00:54:27: Und als ich so durch die Straßen alter fiel es mir endlich auf!

00:54:31: Mir fiel auf wieso ich nie die gesehen hatte die mich beobachteten.

00:54:35: Mir ist aufgefallen warum ich nie sehen könnte wer... nein Was mich beo- Denn niemand würde sie in Betracht ziehen.

00:54:44: Sie sind Bestandteil dieser Welt und fallen dementsprechend gar nicht auf!

00:54:48: Sie scheinen einfach immer da zu sein, Und starren einen aus ihren seelenlosen Toten Augen an.

00:54:53: Aber sie sind überall... ...und ihren Augen entgeht nichts.

00:54:58: Es ist nicht der Mann mit der Rabemaske, der mir nachstellt.

00:55:01: Es sind seine Diener.

00:55:04: Es sind die Vögel.

00:55:07: Der Maskemann lässt sich für sich alles ausspionieren.

00:55:10: Ich bin mir noch unschlüssig, wie er sieht was sie sehen aber ich vermute dass es sich selbst zu einer Art Vogel operiert hat.

00:55:16: Schwärme agieren immer zeitgleich viel zu schnell als das es nur instinktiv sein könnte nicht?

00:55:21: Schwerme kommunizieren miteinander!

00:55:23: Er lässt die mich beobachten und wenn ich aus dem Gefängnis meines Schicksales auszubrechen versuche dann kommt der und holt mich.

00:55:30: Er statuiert an mir ein weiteres Exempel für meinen Nachfolger... ...und an diesem wieder und wieder und wider Solange bis jemand sich nicht gegen das Schicksal auflehnt, sondern es erlebt.

00:55:41: Ich kann ihn nicht entfliehen!

00:55:43: Er weiß immer noch wo ich abbiege und schon dreimal habe ich ihn am Ende einer Gasse entdeckt wie er auf mich wartete.

00:55:48: Er hat immer nur gewartet dass ich die Wahrheit erkenne... ...dass ich endlich aus meinem Nest rauskomme damit er mich ungestört verfolgen kann.

00:55:59: Mein Name lautet Raphael Reichardt und ich habe nie an übernatürliches geglaubt.

00:56:05: meiner Meinung nach waren dies alles nur Hirngeschwinste die nicht existieren können.

00:56:10: Aber Wahrheit ist es, voller die Meinung erbleicht.

00:56:17: Ich bin die Meinung und wenn sie dies hören werde ich Toten bleich sein im wahrsten Sinne des Wortes Denn die Wahrheit hat mich erbleichen lassen.

00:56:27: Die Wahrheit habe mich ins Grab gebracht Und ebenso nehme ich die Wahrhalt mit ins Grab.

Über diesen Podcast

Hereinspaziert und durchgegruselt! :)
Kleine Warnung: Hier werden zumeist gruselige Geschichten gelesen; sie können explizite Gewaltdarstellung und Horrorelemente enthalten.

Ihr Lieben, schön, dass ihr hergefunden habt.

Hier lese ich urheberrechtsfreie Kurzgeschichten vor oder solche, von denen der Rechteinhaber mir erlaubt hat, sie zu lesen.
Jeden letzten Samstag im Monat gibt es dabei eine meist gruselige Geschichte, die ich inzwischen mit Geräuschen, Musik und Ambient-Sounds versehe, um euch ein optimales Hör- und damit Gruselerlebnis zu geben. Dabei lese ich sowohl Creepypastas, als auch Geschichten aus dieser Community. Wenn du auch schreibst und mir deine Geschichte zur Vertonung anvertrauen möchtest, schick mir deine Geschichte gern an kontakt@pia-liest.de. Besuch mich doch auch gern bei Instagram unter pia.liest_

Ich freue mich auf dich. Und jetzt lehn dich zurück und lass dir eine Geschichte erzählen.

Viel Spaß wünsche ich dir.
Deine Pia

von und mit Pia-Rhona Saxe

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