Pia liest

Pia liest

Geschichten für Alle!

Transkript

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00:00:02: Hallöchen und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Pierre-Liest.

00:00:06: Es ist der letzte Samstag im Monat, natürlich habe ich auch an diesem dreißigsten Mai Eine Geschichte für euch und nein, heute nicht nur eine sondern gleich drei.

00:00:17: Und zwar ganz tolle höheren Geschichten von Margarida Steinwacht.

00:00:23: Ich konnte nicht anders als alle drei Geschichten zu veröffentlichen nachdem Margarita mir erzählte dass ihre Frau meine Stimme so gerne zum Einschlafen hört und ein großer Traum für sie wäre wenn ich einsprechen würde für sie zum Einschlafen.

00:00:40: Also Grüße gehen raus an euch beide auf jeden Fall und vielen, vielen Dank liebe Margarida fürs Einsenden deiner Geschichten!

00:00:48: Bevor wir allerdings dazu kommen möchte ich euch natürlich nochmal eben abholen.

00:00:52: was Neuveröffentlichungen mit meiner Stimme im vergangenen Monat betrifft Und da hätten wir No Place Left to Hide von Megan Lally erschienen beim Audio Verlag München AVM Und das ist ein wirklich sehr spannender Thriller, kompakt geschrieben.

00:01:09: Keine Längen!

00:01:10: Nichts was unnötig wäre erkennt man auch daran dass der nur knapp über sechs Stunden lang ist.

00:01:15: Spannende Geschichte, wirklich Wendungen die ich nicht erwartet hätte.

00:01:21: und ja also wenn ihr auf Thriller steht dann gerne ran da.

00:01:25: Dann Coach gegen alle Regeln von Defny Perry Eine U-Dreißig Love Story, sehr witzig geschrieben.

00:01:35: Hat viel Spaß gemacht erschienen bei Saga Eggmont und zusammen habe ich das Ding gelesen mit meinem Kollegen Frederik Böhle.

00:01:43: Dann A Painters Touch von Rebecca Weiler.

00:01:46: Erschienen bei Lübe Audio und gelesen habe ich gemeinsam mit Markus J. Bachmann, auch hier ist eine Love Story am Start.

00:01:54: und Rebekahs Bücher sind ganz besonders weil sie ganz weich sind und ganz ruhig und ganz viel mit einem machen, weil die ... ja der Fokus liegt eher auf dem Innenleben der Menschen, die in diesen Büchern vorkommen.

00:02:14: Also innere Weiterentwicklung, Gespräche... also was?

00:02:20: Ich kann es gar nicht beschreiben!

00:02:21: Die Bücher sind einfach ganz weich und so ein Ort zum Wohl fühlen.

00:02:25: Wenn ihr sowas mögt, spreche ich hier mit einer Empfehlung aus für A Painter's Touch von Rebecca Weiler.

00:02:31: Dann das kleine böse Buch fünf.

00:02:35: Endlich im neuen kleinen Bösenbuch von Markus Müst gesprochen.

00:02:40: Zusammen mit Markus Müest, Julian Greis, Ralf Kiewit und Arndt Schmöhle als Erzählerin Leni dabei zu sein!

00:02:47: Und ich möchte euch es wirklich wärmstens empfehlen gerade wenn ihr Kinder habt das kleine böse Buch ist wirklich was ganz besonderes und ich glaube es lohnt sich fast noch mehr zu lesen sage ich hier selten einfach weil das kleine böse Buch darauf ausgelegt ist, einem Rätsel zu stellen und dann wandert man quasi so durch die Seiten.

00:03:07: Und springt auch durch die Seiten!

00:03:13: In verschiedenen Bereichen des Buches ist es verschiedenaufregend.

00:03:16: also ich fand's wirklich cool und ich spreche quasi die Erzählerin, das Mädchen Leni, die anstatt selber zu rätseln eben im Hörbuch dann durch die Geschichte führt.

00:03:29: Und zu guter Letzt.

00:03:31: Im Morgengrauen, der vierte Teil der Atmeier-Serie von Marc Grabe kennt vielleicht die ein oder andere von euch und da durfte ich Peter Lonsec, der seit Beginn der Reihe Hauptstimme dieser Reihe ist unterstützen mit ein paar Stündchen aus der Sicht der mysteriösen Cassie X. Genau!

00:03:51: Bevor wir jetzt zu den Geschichten kommen möchte ich mich natürlich noch mal eben bedanken und zwar bei Christina, Thorsten und Gordon für die Unterstützung via PayPal im vergangenen Monat.

00:04:03: Wenn ihr mich auch unterstützen möchtet dann könnt ihr das auch monetär tun indem ihr einen Betrag euer Wahl wie Danke at Pia liest über PayPal an mich schickt.

00:04:15: darüber freue ich mich sehr.

00:04:17: Darüber hinaus natürlich aber auch mit Empfehlungen, mit guten Bewertungen.

00:04:21: Mit Einsendungen von Geschichten die ihr selbst geschrieben habt hier in meinen Podcast und vielleicht hört ihr dann eure Geschichte vorgetragen?

00:04:31: Und bis Sounddesign von mir bald hier bei Pierre Liest!

00:04:36: So an der Stelle nochmal Danke an Margarida.

00:04:41: und jetzt hören wir ihre drei Geschichten Und ich sag bis zum nächsten Mal, macht euch einen schönen Juni und wir hören uns am Ende des nächsten Monats wieder.

00:04:58: Eine Welt hinter Glas.

00:05:02: Tim war immer derjenige der uns in solche Abenteuer hineinzog.

00:05:05: Für ihn waren verlassene Gebäude wie Schatzkisten.

00:05:08: Man musste sie nur aufbrechen um das Geheimnis darin zu finden.

00:05:12: Ich war mehr der Mitläufer Der er später sagen konnte ich war dabei.

00:05:18: An jenem Abend war es eine verlassenen Klinik am Rande eines kleinen Dorfes.

00:05:22: Eine graue Ruine hinter einer Baumreihe, die sich im Wind bog als Wolle sie uns warnen.

00:05:27: Schon als Kind hatte ich Geschichten über dieses Gebäude gehört.

00:05:31: Seit über dreiundzwanzig Jahren stand es leer.

00:05:34: Seit jener Nacht in der der Leiter Professor Niemaier einfach verschwand.

00:05:39: Niemand hat ihn je wieder gesehen.

00:05:43: Zuerst waren es Tiere gewesen Schafe, die morgens nicht mehr auf der Weide standen.

00:05:48: Pferde, die aus verschlossenen Stellen verschwanden.

00:05:51: Hunde, die nicht mehr zurückkehrten.

00:05:53: Später fielten Menschen.

00:05:55: Ein Mann, der nach der Arbeit nie zu Hause ankam eine Frau von der man nur ihr Fahrrad fand.

00:06:01: Sie waren alle fort – ohne Spuren.

00:06:04: Das Dorf sprach nicht gern darüber aber jeder wusste das es mit der Klinik begann.

00:06:10: Manche sagten Niemeier habe dort etwas erschaffen dass gefüttert werden musste Und schließlich sei er seinem Monster selbst zum Opfer gefallen.

00:06:21: Nur kurz reinschauen, sagte Tim als wir über den verwilderten Parkplatz schlichen – eine halbe Stunde wenn es zu gruselig ist gehen wir!

00:06:30: Das sagte er jedes Mal und jedes mal kam ich mit.

00:06:34: »Das Tor gab wieder willich nach und wir drängten uns durch die schmale Lücke«.

00:06:39: Drinnen schluckte uns sofort die Dunkelheit.

00:06:42: der Flur hinter dem Eingang war breit aber voller Schutt zerbrochene Fliesen, alte Kabel, Papierstapel die sich vom feuchten Boden lösten.

00:06:51: Unsere Schritte halten obwohl wir uns vorsichtig bewegten.

00:06:54: jedes Knirschen klang wie ein Ruf der durch das ganze Gebäuderaaste.

00:07:00: Die Wände waren mit grauen Flecken überzogen an manchen Stellen platzte der Putz auf wie offene Wunden.

00:07:07: Türen standen schief in den Angeln einige klaften weit offen andere schienen nur von Rost gehalten.

00:07:14: Über uns hingen Reste von Deckenplatten herab, Von denen Wassertropfte.

00:07:19: Es roch nach Schimmel, Staub, Abgestand nach Chemie und Nach etwas Metallischem.

00:07:26: Hier ist alles eingefroren, murmelte ich.

00:07:29: Und tatsächlich Auf einem Tisch im Empfangsraum stand noch eine alte Kaffeetasse Der Inhalt längst zu einer braunen Kruste eingetrocknet.

00:07:38: An der Wand hing ein Kalender.

00:07:40: Er zeigte eine Waldlandschaft Im Herbst – Oktober.

00:07:45: An einer anderen Wand, neben dem Empfangsdresen prankte ein vergilbtes Schild.

00:07:49: Präparationsabteilung – der Pfeil zeigte einen Flur entlang tiefer hinein ins Gebäude.

00:07:56: Tim grinnste nur und leuchtete mit seiner Taschenlampe in die Dunkelheit.

00:08:00: Die Strahlen fraßen sich durch Staubwolken, ließen Schimmelpilze an den Wändenschimmern.

00:08:06: Das Gebäudepfühlte sich an als hätte es nie aufgehört etwas zu beobachten!

00:08:12: Dann hörte ich es zum ersten Mal, dumfe metallische Schläge.

00:08:18: Ein paar Sekunden später und dazwischen ein rhythmisches Treppeln wie Pferdehufe auf Stein.

00:08:27: Tim blieb stehen die Lampe erhoben.

00:08:31: das kommt von unten sagte er mit funkelnden Augen.

00:08:34: lass uns runter!

00:08:36: Die Treppe ins Untergeschoss führte durch einen schmalen Gang dessen Wände von Rissen durchzogen waren.

00:08:42: überall hängen Kabel.

00:08:43: der Boden war feucht die Luft stickig.

00:08:47: Mit jeder Stufe wurden die Geräusche deutlicher.

00:08:52: Ein Schmied, ein Holzfeller, einen Pferdestall... Alles gleichzeitig!

00:08:58: Alles surreal!

00:09:01: Wir fanden die Tür zu einem Labor.

00:09:03: Auf dem Schild stand Präparationslabor.

00:09:06: drei Darunter in krarkeligen roten Buchstaben draußen bleiben.

00:09:12: Tim grinste wieder und drückte die Klinke.

00:09:16: Der Raum war groß überraschend intakt.

00:09:19: Zwei reihen schwerer Labor-Tische, regale voller Glasbehälter alles von einer dicken Staubschicht überzogen.

00:09:26: Ich leuchtete mit der Taschenlampe über den Boden.

00:09:29: Blätter, Kabel zerbrochenes Glas...schutt!

00:09:33: Auf einem der Tische lag eine Jacke Dunkel zusammengefaltet als hätte sie jemand ordentlich abgelegt.

00:09:40: ich schenkte ihr kaum Beachtung.

00:09:42: In solchen Ruinen lag oft Kleidung herum Von Eindringlingen, von Obdachlosen, von wem auch immer.

00:09:48: Tim schien sie gar nicht erst zu bemerken.

00:09:51: Olli rief Tim leise, komm mal!

00:09:55: Er stand an einem der hinteren Tische.

00:09:57: Der Rauf lag eine Petrischale Doch nicht so eine kleine wie aus dem Biounterricht.

00:10:02: Stattdessen wirkte sie wie ein riesiges rundes gläsernes Becken Bestimmt fünfzig Zentimeter im Durchmesser.

00:10:09: Staub hatte sich wie grauer Schnee darauf gelegt Aber das Innere war klar zu erkennen.

00:10:14: Ich dachte zuerst an Ameisen, kleine schwarze Punkte die sich bewegten.

00:10:19: Straßen entlang kochen, winzige Stöcker trugen.

00:10:23: Doch dann erkannte ich Dächer, Zäune einen Brunnen Pferde und Menschen Winzige Menschen.

00:10:33: Das ist ein Dorf, flüsterte ich.

00:10:37: Tim beugte sich näher.

00:10:39: seiner Augen glänzten Fassbar!

00:10:42: Ein Dorf wie im Mittelalter.

00:10:45: Die Winzlinge bewegte sich zählgerichtet.

00:10:48: Einige hemmerten auf Eisen ein, wie das Schmiedegeräusch.

00:10:52: Andere hackten Holz und am Ende liefen winzige Pferde über Kopfsteinpflaster.

00:11:00: Mir wurde übel.

00:11:01: Das ist falsch Tim!

00:11:03: Wir sollten hier raus.

00:11:05: Da blieben einige der kleinen abruppt stehen.

00:11:07: Ein Murmeln lief durch die Menge eine Welle der Unruhe.

00:11:11: Dann hörte ich es Eine hauchdünne Stimme kaum mehr als einen Wissbarn verschwindet.

00:11:19: Sie hatten uns gesehen.

00:11:21: Ich stolperte einen Schritt zurück.

00:11:23: Hast du das gehört?

00:11:24: Tim nickte, gebannt als hätte er gerade den Sinn seines Lebens entdeckt.

00:11:29: Sie sprechen, Olli!

00:11:30: Sie sprechen und sie sagen wir sollen verschwinden.

00:11:34: Nur eine Minute, murmelte Tim die Nase fast am Glas.

00:11:38: nur eine Minute.

00:11:41: ich konnte nicht.

00:11:42: Die Luft wurde immer dicker.

00:11:44: Sie nahm mir beinahe den Atem.

00:11:46: Ich trat zurück in den Flur.

00:11:47: mein Herz hemmerte.

00:11:49: Tim komm jetzt keine Antwort.

00:11:53: Ich ging ein Stück, wartete.

00:11:55: Dachte er sei hinter mir.

00:11:56: Dann drehte ich mich um.

00:11:58: Der Gang war leer Tim!

00:12:01: Mein Schrei halte kam als kaltes Echo zurück.

00:12:05: Mir wurde klar Er war mir nicht gefolgt.

00:12:08: Ich rannte zurück ins Labor.

00:12:10: Vor dem Tisch lag Kleidung Eine Jeans eine Jacke Socken Schuhe Ordentlich Als hätte sich jemand ausgezogen Aber Tims Körper war weg.

00:12:22: Mit zitternden Händen leuchtete ich in die Schale, und da war er.

00:12:27: Zwischen den winzigen Häusern neben dem Brunnen stand Tim so klein und einfach bäuerlich gekleidet wie die anderen.

00:12:34: Er winkte wild schrie seine Stimme verzerrt und dünn.

00:12:38: Olli!

00:12:38: Hilf mir!

00:12:40: Nein nein nein Ich preste meine Hand auf das Glas.

00:12:44: Es war eiskalt... Tim?

00:12:46: Wie geht das

00:12:47: auf?!

00:12:48: Die Dorfbewohner schrien jetzt alle durcheinander.

00:12:51: Gehe laut weg, verschwinde!

00:12:54: Ich versuchte die Schale anzuheben aber sie war fest im Tisch eingelassen.

00:12:58: Das Glas vibrierte.

00:12:59: Haares erzogen sich wie Spinnweben hindurch Schwarzer Nebelquoll hervor Kalt bitter metallisch.

00:13:07: Nicht rief Tim Olli lauf ich hol dich da raus.

00:13:12: Der Nebelkoch an meinen Händen hoch legte sich wie flüssige Kälte um meine Haut.

00:13:17: Ich wollte loslassen, aber meine Finger klebten am Glas.

00:13:21: ich spürte wie die Welt in zwangten geriet.

00:13:24: Der Raum drehte sich als wollte er mich verschlucken.

00:13:27: Die Stimmen schrien, Schriller verzweifelt.

00:13:30: Geh weg Lauf!

00:13:34: der Nebel erreichte meinen Mund meiner Augen.

00:13:37: Ich versuchte zu schreien Aber es kam kein Laut heraus.

00:13:40: Mein Körper zog sich zusammen wurde kleiner enger bis der Tisch wie ein Berg über mir aufragte.

00:13:47: Als ich wieder klar sah, stand ich neben Tim.

00:13:51: Winzig eingeschlossen unter Glas!

00:13:54: Die Stimmen der Dorfbewohner brandeten wie im Sturm um uns herum.

00:13:58: Meine Gedanken rasten, suchten nach einem Ausweg, nach etwas das uns retten könnte.

00:14:04: und da fiel es mir ein – die Jacke auf dem Tisch draußen in der riesigen Welt sauber neu.

00:14:12: Ich sah sie vor meinem inneren Auge dunkelblau mit hellen Nähten.

00:14:17: Plötzlich wusste ich, woher ich sie kannte.

00:14:21: Vor vielleicht drei oder vier Wochen hatte ich die Meldung in den Nachrichten gesehen.

00:14:25: Ein Junge, sechzehn Jahre alt verschwunden im Nachbardorf.

00:14:30: Auf dem Foto trug er genau diese Jacke.

00:14:33: Damals hatte ich gedacht Wieder so eine traurige Nachricht wie es sie ständig gibt.

00:14:39: Jetzt wusste Ich ist besser.

00:14:42: Er war hier gewesen und nicht zurückgekehrt Genauso wenig wie Tim und ich je zurückkehren werden.

00:15:00: Moos und Mondlicht.

00:15:04: Ich mag die Stunde, in der der Wald den Atem anhält.

00:15:08: Das Licht ist dann weich wie die Innenseite einer Muschel Und alles scheint näher an mir dran zu sein Der Geruch der feuchten Erde das Schweigen der Bäume Der schläfrige Blick meines Karters.

00:15:19: Er streicht mehr um die Waden.

00:15:22: Gehe noch ein bisschen Barnes sage ich und öffne die Terrassentür.

00:15:26: Kühle Luft schwappt ins Zimmer trägt den süßlichen Duft von Moos herein und das leise wirkliche Schweigen, dass es nur an Abenden gibt, an denen der Mond sich nicht versteckt.

00:15:38: Barney schiebt den Kopf hinaus, zögert einen Schlag lang als Lausche auf etwas, was ich nicht hören kann.

00:15:44: Dann gleitet er in die Dämmerung lautlos wie ein Gedanke, der sich nicht eingestehen will, dass er längst Wirklichkeit

00:15:50: ist.".

00:15:53: Ich lasse die Tür ins Schloss fallen – Der Fernseher läuft noch!

00:15:56: Die Bilder sind zu hell, als wären sie für andere Augen gemacht….

00:16:00: Ich ziehe mir eine Deckel über die Schultern und sinke auf das Sofa.

00:16:04: Die Geräusche aus dem Gerät werden zu Watte, dann zu Schichten von Nichts – und ich gleite weg!

00:16:11: Ein Riss?

00:16:12: Nicht in der Stille, eher in mir….

00:16:15: ein Geräusch, dass ich nicht zuordnen kann.

00:16:17: Kratzig hoch fast wie das Kreischen einer Katze aber gestreckt als hätte jemand den Ton in die Länge gezogen bis er dünn und fadenscheinig wurde.

00:16:29: Draußen ist die Nacht frisch und blau, der Vollmond hängt wie ein Auge über dem Wald.

00:16:34: Barney?

00:16:35: frage ich.

00:16:36: Meine Stimme ist zu leise für den Raum!

00:16:39: Ich stelle den Fernseher aus und das Schweigen kommt mit einem mal zurück.

00:16:43: Schwerer als zuvor – Mit einer Struktur.

00:16:47: Ich gehe zur Terrassentür.

00:16:49: Mein Spiegelbild steht mir gegenüber Blass Die Haare verschoben Die Augen zu groß.

00:16:55: Ich drücke die Klinke Gehe hinaus Die Luft ist nass Der Holzboden kalt unter meinen Füßen.

00:17:03: Nichts rührt sich, kein Rascheln im Gebüsch, kein Knistern in den Ästen!

00:17:08: Der Garten scheint zu lauschen auf mich, auf sich selbst, auf etwas.

00:17:15: Barnz, flüstere ich und Pfeife leise... nichts.

00:17:19: Nur der Mond, der das gelbtes Moses an der Fensterbank meines Schlafzimmers milchig färbt.

00:17:26: Ich gehe wieder hinein für Regle die Tür.

00:17:29: Bestimmt liegt er drüben in den Brombeeren denke'

00:17:31: ich.".

00:17:32: und die Gedanken glätten sich, weil sie das tun sollen wenn man keine Antwort hat.

00:17:37: Ich lasse das Wohnzimmer im Dunkeln gehen ins Schlafzimmer.

00:17:41: Das Bett riecht nach Lavendel.

00:17:43: Meine Lieder werden schwer.

00:17:46: Ein Schatten huscht am Fenster vorbei.

00:17:48: ich reiße die Augen auf.

00:17:49: das Herz jagt Wind denke ich Eine Wolke vor dem Mond.

00:17:55: Ich starre auf die Gardine sehe ihr Zittern sehe nichts.

00:18:01: Dann wieder ein Schatten, deutlich lang und schmal.

00:18:04: Er hat Schultern!

00:18:06: Er hat eine Höhe die nicht zum Fensterrahmen passt.

00:18:08: Ich atme nicht.

00:18:11: Der dritte Schatten macht das mir übel wird.

00:18:13: Der vierte lässt mich die Hände kribbeln.

00:18:15: Beim fünften hält er an.

00:18:17: Er bleibt stehen.

00:18:18: Etwas steht da vor meinem Fenster Nur das Glas zwischen uns.

00:18:23: ich spüre ohne es sehen zu können dass Es den Kopf dreht.

00:18:27: Das ist sucht In mir schnellt etwas hoch, ein alter Reflex.

00:18:32: Bewegung in die Küche!

00:18:33: Messer

00:18:34: jetzt!".

00:18:35: Ich heble mich aus der Starre.

00:18:37: so leise ich kann schleiche ich den Fluh entlang.

00:18:40: In der Küche liegt das große Messer im Holzblock – ich nehme es.

00:18:44: Es ist schwer und tröstlich auf eine Weise, die ich mir später nicht verzeihen will.

00:18:49: Ich gehe in die Knie, presse mich hinter die Küchentheke.

00:18:54: Das Haus atmet als hätte es Angst.

00:18:57: Dann knirscht die Terrassentür Nicht laut.

00:19:00: Ein leises, krankes Aufsäufzen von alten Scharnieren.

00:19:04: Ich habe die Tür geschlossen – ich weiß es!

00:19:09: Ich hebe den Kopf nur einen Finger breit gerade so dass meine Augen über die Kante sehen können.

00:19:15: Das Fenster zu Terrasse zeichnet das gleiche Blasserecht-Eck wie vorhin Und die Katzenklappe schaukelt einmal vor, einmal zurück Vor, zurück.

00:19:26: Jedes Schwingen zieht einen dünnen Faden aus der Luft der an meinen Nerven zerrt.

00:19:31: Ich warte auf das Geräusch von Pfoten, auf das Klacken kleiner Krallen.

00:19:36: Nichts!

00:19:37: Nur dass Schwingen, das schließlich ausklingt wie ein letzter Atemzug.

00:19:50: Ein Mann, denke ich.

00:20:04: Ein Mann der nicht gehen sondern gleiten kann.

00:20:10: Ich kriege hier zur Arbeitsplatte Taste nach dem Telefon.

00:20:13: Es liegt da wo es immer liegt und ist auf einmal zu schwer.

00:20:16: Meine Finger zittern als trügen sie eine Last die ihn nicht gehört.

00:20:19: Ich wähle Notruf guten Abend.

00:20:23: was ist den Notfall?

00:20:25: Meine Stimme ist fremd.

00:20:27: Hier...ich...mein Name ähm....Ich nenne ihn Und meine Adresse.

00:20:33: Da isst jemand in meinem Garten.

00:20:35: Ja, er schleicht herum.

00:20:37: Er war ... er stand eben vor meinem Fenster!

00:20:41: Ich wohne am Waldrand – ich habe Angst!

00:20:44: Bleiben Sie bitte am Apparat?

00:20:45: Ist die Person noch zu

00:20:46: sehen?!

00:20:48: Ich lehne mich vor … nichts….

00:20:50: ja, ich sehe ihn gerade nicht.

00:20:53: Vorhin war er da mehrfach.

00:20:55: Er ist stehen geblieben.

00:20:58: Sind Türen und Fenster verschlossen?

00:21:00: Ja, äh... also die Terrassentür ist zu aber die Katzenklappe?

00:21:05: haben sie eine Alarmanlage?

00:21:08: Nein.

00:21:09: Sind Sie alleine im Haus?

00:21:10: Ich zöger.

00:21:12: Ja, nur mein Kater, er ist draußen!

00:21:16: In Ordnung – die Kolleginnen sind unterwegs.

00:21:19: Bleiben sie bitte im Haus.

00:21:20: Schließen Sie sich wenn möglich in einen Raum ein.

00:21:23: Verlassen Sie das Haus nicht.

00:21:26: Ich nicke, obwohl sie mich nicht sehen kann.

00:21:30: Minuten später blaulicht Stimmen Befehle, die nach Woutine klingen.

00:21:34: Die Polizisten durchsuchen den Garten Den Waldrand Nichts.

00:21:40: Hier war jemand sage ich mit zitternder Stimme.

00:21:43: Wir glauben ihn.

00:21:44: ja, sagt einer vielleicht ein Tier oder der Schatten eines Baumes im Wind?

00:21:51: Als die Tür hinter ihnen zu ist beginnt es zu regnen Erst den Fäden dann dichter bis die Terrasse glitzert als hätte jemand Salz darüber gestreut.

00:22:00: Ich bleibe in der Küche das Messer im Schoß.

00:22:04: Irgendwann als der Regen das Haus einschläfert falle ich an einen flachen Schlaf Das Messer an meine Rippen gedrückt.

00:22:13: Ein Geräusch weckt mich Kein Kreischen, etwas Zarteres.

00:22:19: Ein Streichen an meinem Bein, warm weich vertraut.

00:22:23: Ich blänzle Es ist hell Das Weiß eines Morgens der so tut als gäbe es nur neue Tage.

00:22:32: Burns sage ich heiser Und er antwortet indem er den Kopf gegen meine Wade drückt Als sei er nie weg gewesen.

00:22:40: Sein Fell ist nass Richtig nass, als hätte er die ganze Nacht im Regen gestanden ohne sich zu schütteln.

00:22:48: Na du Erhält!

00:22:49: mumele ich und meine Hand findet die warme Stelle hinter seinem Ohr.

00:22:54: Er schnurrt, kurz gedämpft schon auf dem Sprung zu etwas anderem.

00:22:59: Dann sehe ich sie – Die Abdrücke ganz deutlich auf den Fliesen, dunkle feuchte Silhouetten, die sich von der Terrassentür aus durch das Haus ziehen bis zur Schlafzimmertür und wieder zurück.

00:23:11: Nackte Füße größer als meiner!

00:23:15: Die Polizisten denke ich aber Sie waren weder im Haus noch Wahnsinn barfuß.

00:23:20: Ich schaue an mir herunter, ich trage meine Hausschuhe.

00:23:24: Erneut rufe ich die Polizei!

00:23:27: Sie suchen diesmal das Haus ab – keine Spuren von Gewalt, keine aufgebrochene Tür, keine fremden Fingerabdrücke.

00:23:36: Als sie gehen, kehrt der Regen zurück.

00:23:38: Ich hole den Eimer, den Lappen und das Reinigungsmittel.

00:23:42: Ich knieh mich hin und beginne die Spuren vorzuwischen.

00:23:45: Das Wasser im Eimer färbt sich nicht grau sondern gelblich.

00:23:49: Zwischen den Schmutzpartikeln schwimmen kleine Stückchen von etwas Weichem, Schwammigem Moos.

00:23:56: Gelbliches Moos So wie das dass an der Fensterbank meines Schlafzimmers wächst.

00:24:03: Ich blicke hinüber An die Stelle an der Barney so gern liegt Da das Moos so schön weich ist.

00:24:10: Ich drehe mich um.

00:24:12: Er sitzt im Türrahmen reglos Die Augen weit offen golden und still Dieses langsame Blinzeln Das immer sagt ich bin bei dir.

00:24:22: Ich gehe zu ihm Knient, fast ehrfürchtig und streiche ihm über den Rücken.

00:24:28: Zwischen seinen Ballen klebt feines Nassas Moos.

00:24:31: Eine Spur hängt an einer Kralle zart wie ein Faden.

00:24:35: Mein Atem stockt Er blänzelt noch einmal Nicht langsam Sondern unendlich langsam Und ich sehe wie sich etwas hinter seinem Auge bewegt Wie einen Puls Wie einen Schimmer der nicht zu ihn gehört.

00:24:53: Dann höre ich es wieder Das leise Schaukeln der Katzenklappe vor, zurück.

00:24:59: Vor, zurück!

00:25:02: Ich sehe hin aber sie bewegt sich nicht.

00:25:04: und doch höre ich Sie im selben Rhythmus wie mein Herz.

00:25:09: draußen atmet der Wald wieder diesmal im Gleichklang mit meinem Haus.

00:25:14: Und als der Kater den Kopf hebt höre' ich ein zweites Schnurren aus der Wand, aus dem Boden unter meiner Haut.

00:25:23: Ich flüstere alles gut balz Doch meine Stimme klingt nicht mehr wie meine.

00:25:30: Er schnurrt und etwas antwortet tief in ihm, langsam, hungrig.

00:25:50: Jäger der Nacht.

00:25:54: Ich hatte mir eingeredet dass es nur eine Schreibblockade war als wäre so etwas harmlos Als wäre es einfach nur ein Lehrer Kopf Ein paar schlechte Tage, ein bisschen zu viel Kaffee und zu wenig Schlaf.

00:26:06: Aber eine echte Schreib Blockade ist kein Lehrer Kopf Sie isst eher wie ein zugemauerter Raum.

00:26:12: Du weißt, dass da irgendwo noch etwas ist.

00:26:14: Wörter Bilder Gedanken ganze Sätze vielleicht aber du kommst nicht mehr an sie heran.

00:26:21: Alles in dir klopft von innen gegen die Wände und draußen sitzt die Stille und tut so als wäre nie etwas dar gewesen.

00:26:29: In der Stadt fast zuletzt unerträglich geworden.

00:26:32: das Telefon Die Mails Deadlines diese freundlichen Nachfragen die gar nicht freundlich waren weil alle dasselbe meinten.

00:26:40: wann kommt endlich etwas Neues?

00:26:43: Ich konnte irgendwann nicht einmal mehr das Klacken meiner Tastatur hören, ohne dass ich in meinem Brustkorb alles zusammenzog.

00:26:50: Also tat' ich was Menschen wie ich in solchen Momenten gern für eine kluge Natur verbundene Entscheidung halten.

00:26:57: Ich mietete eine Hütte im Wald.

00:26:59: Abgelegen, still – kein Empfang sorgte die Anzeige!

00:27:04: Nur Natur, Ruhe und die Möglichkeit wieder zu sich selbst zu finden.

00:27:09: Im Nachhinein glaube ich, daß schon dieser Satz eine Warnung

00:27:12: war.".

00:27:14: Die Hütte lag am Ende eines schmalen Forstwegs, umgeben von hohen Kiefern Fichten und dunklen Tannen die so eng standen als würden sie sich gegenseitig etwas zuflüstern.

00:27:25: Das Holz der Veranda war alt und an den Rändern grau geworden.

00:27:29: Hinter dem Haus begann direkt der Wald Keine Wiese kein Garten kein freundlicher Übergang nur Bäume Direkt dahinter wie eine Mauer aus Stämmen und Schatten.

00:27:42: Am ersten Tag redete ich mir ein genau das zu brauchen.

00:27:45: Am Abend saß ich mit einer Decke um die Schultern und meinem Notizheft auf der Veranda.

00:27:50: Die Luft war kühl geworden, obwohl der Tag warm gewesen war.

00:27:54: Es roch nach Harz, feuchter Erde Und diesem dunklen fast süßlichen Geruch von altem Moos-und Morschemholz.

00:28:02: Irgendwo knackte ein Ast.

00:28:04: weiter weg raschelte etwas im Unterholz.

00:28:07: Ich starte auf die leere Seite.

00:28:10: Nichts!

00:28:11: Nicht einmal ein brauchbarer erster Satz nicht einmal ein Wort.

00:28:16: Dann hörte ich den Ruf.

00:28:21: Ich hob den Kopf so abrupt, dass mein Nacken knackte.

00:28:25: Der Laut kam aus dem Wald.

00:28:27: Tief rund voll.

00:28:29: Kein scharfes Kreischen Kein flattriges Nachtvogelgeräusch Sondern etwas Schweres Altes.

00:28:36: Ein Laut der nicht nur durch die Luft ging sondern durch den Boden Diesmal näher!

00:28:44: Ich stand auf und trat bis an das Geländer der Veranda.

00:28:48: Zwischen zwei dunklen Stämmen, dort wo die Dämmerung bereits fast schwarz war, saß er.

00:28:54: Ein Uhu!

00:28:56: Er saß auf einem niedrigen Ast und war so still dass er beinahe nicht lebendig wirkte.

00:29:01: Nur seine Umrisse hoben sich gegen das letzte fahre Licht ab Der breite Körper Die Federohren Der schwere Kopf Und seiner Augen.

00:29:11: Ich konnte die Farbe nicht erkennen aber ich spürte dass er mich ansah Nicht beiläufig Nicht tierhaft neugierig Direkt.

00:29:20: Es war ein Blick, der zu bewusst wirkte.

00:29:23: Mir lief eine Gänsehaut über die Arme.

00:29:26: Na toll, murmelte ich.

00:29:27: mehr zu mir selbst als zu ihm.

00:29:30: Ein gruseliger Waldkrauts auf Steroiden.

00:29:33: Der Uhur rührte sich nicht.

00:29:35: Dann rief er wieder Es war albern.

00:29:40: Aber in mir wuchs sofort dieses unangenehme Gefühl Der laut sei nicht einfach nur einen Laut Als würde dann nicht irgendein Vogel In den Wald hineinrufen Sondern etwas ganz Bestimmtes meinen.

00:29:52: Ich setzte mich wieder hin Zog die Decke enger und zwang mich auf mein Heft zu schauen.

00:29:57: Eine Minute, vielleicht zwei, dann kam das Geräusch wieder – nicht der Ruf.

00:30:04: Etwas anderes!

00:30:06: Ein Schleifen des Scharren ganz kurz nur so als würde etwas mit trockenen Füßen über Holz kratzen?

00:30:13: Ich sah zur Hittentür nichts.

00:30:17: Als ich wieder zum Waldrand blickte war der Ast leer.

00:30:22: Mir zog sich der Magen zusammen.

00:30:24: Ich hätte schwören können dass ich keinen Flattern gehört hatte Kein Auffliegen, keine Bewegung.

00:30:30: Dann kam der Ruf wieder tiefer im Wald.

00:30:35: Ich spürte wie sich mein Rücken langsam anspannte.

00:30:39: Vielleicht klingt das irrational und war es wahrscheinlich auch Aber in diesem Moment hatte ich zum ersten Mal das Gefühl dass der Uhu nicht einfach weggeflogen war Sondern gewartet hatte bis ich hin sah Und sich dann absichtlich weiter zurückgezogen hatte.

00:30:55: Ich lachte nervös über mich selbst, dieses helle falsche Lachen das im Dunkeln sofort wie eine schlechte Idee klingt.

00:31:02: Du bist zu lange in der Stadt gewesen, sagte ich in die leere Luft.

00:31:06: Du verarbeitest hier einfach nur Stress?

00:31:10: Ich klappte das Notizbuch zu und genau in diesem Moment hörte ich ganz deutlich einen Schritt im Wald – nicht das Trippeln eines kleinen Tieres, nicht das Hüpfen eines Hasen…einen Schritt langsam!

00:31:24: Schwer, dann noch einen.

00:31:27: Ich erstarrte.

00:31:29: Es klang als würde jemand barfuß über nasses Laub gehen.

00:31:33: ich stand auf.

00:31:34: Mein Herz schlug jetzt so laut dass sich meinen Puls im Hals spürte.

00:31:38: Hallo?

00:31:39: Keine Antwort Natürlich keine Antwort.

00:31:42: stattdessen wieder dieser Ruf Weiter hinten tiefer zwischen den Bäumen.

00:31:50: es ist schwer zu erklären was dann mit mir passierte.

00:31:54: Ich hatte nicht das Gefühl dass mich jemand hypnotisierte oder in Zauber wirkte.

00:31:58: Es war viel banaler und darum viel schlimmer.

00:32:01: Ich hatte plötzlich den vollkommen unvernünftigen, aber übermächtigen Drang dem Laut nachzugehen.

00:32:07: Nur kurz dachte ich – nur bis zum ersten Baum!

00:32:10: Nur sehen wo er sitzt….

00:32:15: Ich zog nicht einmal die Schuhe an.

00:32:18: Ich ging einfach die Stufen hinunter mit meinen dünnen Hausschuhn, die sofort feucht wurden.

00:32:23: Das Gras war kalt das Moos gab unter meinem Sohn nach.

00:32:28: An der Grenze des Waldes blieb' ich noch einmal stehen Hinter mir die Hütte, vor mir die Dunkelheit.

00:32:35: Ich hätte umdrehen können!

00:32:37: Ich hätte es tun

00:32:37: sollen!".

00:32:40: Also ging ich weiter.

00:32:42: Zwischen den ersten Stämmen war die Luft sofort anders – kälter, feuchter, schwerer.

00:32:48: Der Geruch von Erde stieg so stark auf, als hätte jemand den Boden aufgerissen.

00:32:52: Überall hingen Schatten zwischen den Ästen und obwohl noch vor wenigen Minuten restlich da gewesen war, schien der Wald ist vollständig verschluckt zu haben.

00:33:04: Zu schnell, zu flach.

00:33:07: Einmal blieb ich mit dem Hausschuh an einer Wurzel hängen und fing mich gerade noch an einem Stamm ab.

00:33:12: Die Rinde war nass und rau Und so kalt dass sich erschrocken die Hand zurückzog.

00:33:17: Dann hörte ich es wieder Nicht vor mir, rechts von mir Ein rascheln.

00:33:23: Ich fuhr herum.

00:33:24: Nichts Nur ein Dornbusch Ein halb umgestürzter Stamm und dahinter dichte Schwerze Jetzt links.

00:33:34: Mein Herz sagte mir förmlich in die Knie Ich drehte mich wieder.

00:33:39: Der Laut sprang, nicht als würde das Tier sich bewegen sondern als würde der Wald selbst entscheiden aus welcher Richtung er jetzt kommen sollte.

00:33:48: Plötzlich war mir nicht mehr klar wo die Hütte lag.

00:33:50: ich stand still und versuchte mich zu orientieren.

00:33:54: hinter mir musste doch die Veranda.

00:33:55: dass Licht der Weg sein aber zwischen den Bäumen sah alles gleich aus Schwarze Stämme schwarzer Boden schwarze Luft.

00:34:04: da hörte ich etwas atmen Ganz nah, nicht laut aber tief.

00:34:09: Feucht!

00:34:11: Schabender als menschlicher Atem.

00:34:14: Ich konnte mich nicht sofort umdrehen.

00:34:16: Es war, als hätte mein Körper für einen Moment beschlossen lieber zu sterben Als sich zu bewegen.

00:34:22: Langsam wandte ich den Kopf.

00:34:25: Zwischen zwei Bäumen stand etwas.

00:34:27: Zuerst erkannte ich nur Höhe dann Form aufrecht Menschlich groß vielleicht größer.

00:34:34: Es trat einen halben Schritt nach vorn und etwas in mir begann zu schreien, obwohl mein Mund noch geschlossen war.

00:34:40: Die Beine waren falsch!

00:34:43: Nicht nur tierisch... Falsch!

00:34:45: Sie bogen sich nach hinten viel zu stark Endeten den dunklen, gespaltenen Hufen die glänzten als wären sie nass.

00:34:52: Über den Schenkeln hing dicht des Schwarzes Fell, verfilzt und vor der Dreck Als hätte das Wesen dem Schlamm geschlafen oder sich in etwas Verwiestem gewälzt.

00:35:02: Der Oberkörper war breit – fast menschlich Aber zu lang.

00:35:06: Die Arme reichten weit hinunter, viel zu weit und die Hände... Gott diese Hände!

00:35:13: Keine Hände pranken.

00:35:15: Lange knochige Finger deren Nägel zu gelblichen gebogenen Klauen ausgewachsen waren.

00:35:21: Der Kopf war das Schlimmste Nicht eindeutig Tier nicht eindeute Mensch Als hätte sich beides ineinander verschoben und wäre im falschen Stehen geblieben.

00:35:32: Unter dem Strähnigen Fell sah ich Haut Graue gespannte Haut Die Nase zu flach, der Mund zu breit und die Augen.

00:35:40: sie leuchteten.

00:35:42: Nicht wie reflektiertes Licht nicht wie Tieraugen im Schein einer Lampe.

00:35:47: Sie glühten von innen Ein krankes gelbliches Licht das ganz still in den Höhlen stand.

00:35:55: Das Wesen sah mich an Und dann lächelte es.

00:36:00: Ich weiß bis heute nicht wie ich dieses Lächeln beschreiben solle ohne dass es harmloser klingt als es war.

00:36:06: Es war nicht wütend Nicht hungrig, nicht einmal aggressiv.

00:36:11: Es war erfreut, als hätte es genau auf mich gewartet.

00:36:17: Mein Schrei blieb zuerst in mir stecken.

00:36:19: Ich wich zurück, stolperte über eine Wurzel und riss mir an einem Ast die Hand auf.

00:36:24: Schmerz schoss durch meine Finger heiß und scharf!

00:36:27: Ich spürte das Blut.

00:36:28: aber es war egal – alles war egal außer dieser Gestalt, die jetzt den Kopf schief legte wie ein neugieriger Hund.

00:36:36: Dann machte sie einen Schritt... Der Laut des Hufes auf dem Waldboden war dumpf und schwer.

00:36:43: Noch einen, noch einen!

00:36:44: Und mit jedem Schritt wurde mir klarer, dass an diesem Ding nichts Überstürztes war.

00:36:49: Es hatte keine Eile – es wusste das.

00:36:51: ich nicht wusste wohin ich fliehen sollte.

00:36:55: Der Ruf explodierte plötzlich über mich so laut, daß sich zusammenzuckte.

00:37:00: Die Kreatur ist den Kopf hoch.

00:37:02: zum ersten Mal wirkte sie nicht erfreut sondern gereizt.

00:37:06: Ihre Lippen verzogen sich und ein Geräusch kam aus ihrer Kehle.

00:37:09: Ein heiseres, feuchtes Knurren.

00:37:11: das klang als würde jemand nasseste Steine gegeneinander reiben.

00:37:15: Dann begann sie zu rennen Nicht wie ein Mensch nicht wie ein Tier Zu schnell.

00:37:21: Die langen Arme schlugen mit die Hufe rissen Erde auf Und dieses grauenhafte Mischwesen kam direkt auf mich zu.

00:37:28: Jetzt konnte ich den Geruch wahrnehmen Nasses Fell, Moda, altes Blut und etwas Süßliches Verdorbenes wie Fleisch das zu lange warm gelegen hat.

00:37:39: Ich schrie und fiel rückwärts.

00:37:41: Mein Hinterkopf schlug gegen den Boden.

00:37:43: Sterne platzten vor meinen Augen auf.

00:37:46: Die Gestalt war schon über mir!

00:37:48: Ich sah die Klauen Den aufgerissenen Mund Reißzähne Nicht nur vorne Überall Zu viele Zähne für ein normales Maul.

00:37:57: Und dann kam aus der Dunkelheit Ein Schatten herab Groß Lautlos, gewaltig.

00:38:04: Ein Schlag aus Federn und Krallen Der Uhu traf das Wesenfrontal am Kopf.

00:38:10: Das Kreischen, dass daraufhin den Wald zerriss War das schlimmste Geräusch, was ich je gehört habe.

00:38:15: Es war nicht tierisch, es war nicht menschlich.

00:38:18: Es war als würden zwei Stimmen zugleich schreien Eine hohe gelnde Und eine tiefe röchelnde.

00:38:26: Die Kreatur taumelte zur Seite.

00:38:28: Der Uhu stieß erneut zu, riss mit den Fängen in das Gesicht des Wesens, schlug mit den Flügeln groß und dunkel und wild viel größer als ein Uhu in meinem Kopf jemals gewesen war.

00:38:40: Die Gestalt fiel auf alle Viere.

00:38:43: Dann begann sie sich zu verändern.

00:38:45: Es geschah nicht glatt, nicht magisch, nicht elegant.

00:38:49: es war ein Krampf.

00:38:51: der Rücken bog sich mit einem trockenen Knacken durch.

00:38:54: Knochen verschoben sich sichtbar unter Fell und Haut.

00:38:58: Die Arme zuckten zurück, verkürzten sich während die Schultern in einer Bewegung einsanken, die so falsch aussah, dass mir übel wurde.

00:39:06: Die Finger verschmolzen nicht – sie schienen sich viel mehr einzeln zu brechen und in Form zu zwingen!

00:39:12: Das Maul schob sich nach vorne dann zurück, dann wieder vor als könnte es sich nicht entscheiden was es sein wollte….

00:39:18: das Wesen heute dabei ununterbrochen.

00:39:21: Ein langes weinendes Hass erfülltes Geräusch Felspross dichter über den Körper, die Hufe blieben.

00:39:29: Der Hals wurde schmaler.

00:39:31: Die Gestalt sackte zusammen, bäumte sich noch einmal auf und lag schließlich keuchend auf dem Laub.

00:39:37: Ein Reh!

00:39:39: Fast zu groß, zu mager – das Fels truppig-und dunkel vor Nesse.

00:39:46: Die Flanken zitterten.

00:39:48: Dann hob es den Kopf.

00:39:51: Die Augen glühten noch immer Und als ich die Lefzen anhoben sah ich die Zähne.

00:39:56: Reißzähne lang Schmal.

00:40:00: Oh, natürlich weiß!

00:40:02: Mir wurde kalt bis auf die Knochen... Der Uhu saß auf einem niedrigen Ast über ihm Die Flügel halb ausgebreitet als wäre er bereit wieder anzugreifen.

00:40:11: Er wirkte jetzt nicht mehr einfach nur wie ein Vogel Eher wie etwas das in dieser Dunkelheit seinen festen Platz hatte Etwas dass genau wusste was davor ihm lag.

00:40:21: Das Reh oder was immer es wirklich war sah erst den Uhu an Dann mich.

00:40:27: In diesem Blick lag ein so klarer Hass, dass sich am ganzen Körper zu Zittern begann.

00:40:32: Dann sprang es auf und verschwand mit einem einzigen Satz zwischen den Bäumen.

00:40:37: Kein rascheln, kein weiteres Geräusch – einfach weg!

00:40:41: Der Wald war still … nicht friedlich still….

00:40:45: die Art von Stille bleibt wenn etwas Schreckliches gerade aufgehört hat und man noch nicht weiß ob es wirklich vorbei ist.

00:40:53: Ich lag keuchend auf dem Boden und starte nach oben.

00:40:56: Der Uhu drehte langsam den Kopf und sah zu mir herunter.

00:41:00: Seine Augen waren groß, rund und vollkommen wach.

00:41:04: Kein Zorn, keine Wärme, keine Grausamkeit – nur Aufmerksamkeit!

00:41:11: Dann stieß er seinen Ruf aus…einen einziges Mal …und plötzlich verstand ich.

00:41:19: Er hatte mich nicht gerufen, nicht gelockt, nicht in den Wald geführt...er hatte versucht, mich aufmerksam zu machen ...schon die ganze Zeit auf etwas, das mich längst bemerkt hatte.

00:41:30: Etwas, dass dort draußen zwischen den Bäumen auf zwei Hufen und mit einem menschlichen Lächeln gewartet hatte.

00:41:38: Der Uhu hob ab – lautlos wie beim ersten Mal.

00:41:43: Seine Schwingen strichen nur einmal durch die Luft.

00:41:46: dann war er zwischen den Stämmen verschwunden.

00:41:49: Ich weiß nicht mehr, wie ich zurück zur Hütte gekommen bin.

00:41:52: Ich erinnere mich nur an Splitter Meine aufgeschürften Hände den Geschmack von Blut im Mund, die Veranda – die Tür.

00:41:59: Den Schlüssel, der mir zweimal aus dem Fingern fiel!

00:42:02: Ich verriegelte alles, zog die Vorhänge zu und schob sogar den kleinen Küchentisch vor die Tür, obwohl ich wusste wie lächerlich das war.

00:42:10: Die ganze Nacht saß ich wach auf dem Bett und lauschte.

00:42:14: Einmal hörte ich etwas vor dem Fenster vorbeistreifen, ein anderes Mal ein kurzes trockenes Klacken auf den Brettern der Veranda... ...wie ein Huf…ich sah nicht

00:42:25: nach.".

00:42:27: Gegenmorgen, kurz bevor es hell wurde, hörte ich ein letztes Mal den Ruf des Uhus.

00:42:32: Weit weg!

00:42:35: Am nächsten Tag fuhre ich sofort nach Hause.

00:42:37: Später redete ich mir lange ein, dass ich gestürzt war, mir den Kopf gestoßen hatte – das die Dunkelheit und die Erschöpfung und meine völlig überreizten Nerven mir etwas vorgespielt hatten… bis sich meine Hausschuhe reinigen wollte.

00:42:51: An der Sohle des Linken klebte schwarzes Fell, grobes dratiges Fell.

00:42:57: Seitdem höre ich manchmal nachts einen Uhu rufen, selbst hier in der Stadt zwischen Beton und Straßenlaternen hoch oben aus irgendeiner unmöglichen Dunkelheit.

00:43:09: Und jedes Mal gehe ich sofort vom Fenster weg denn ich habe nur eine Sache wirklich gelernt Wenn ein Uhu nachts ruft dann nicht immer weil er da ist.

00:43:20: Manchmal ruft er weil noch etwas anderes da ist.

Über diesen Podcast

Hereinspaziert und durchgegruselt! :)
Kleine Warnung: Hier werden zumeist gruselige Geschichten gelesen; sie können explizite Gewaltdarstellung und Horrorelemente enthalten.

Ihr Lieben, schön, dass ihr hergefunden habt.

Hier lese ich urheberrechtsfreie Kurzgeschichten vor oder solche, von denen der Rechteinhaber mir erlaubt hat, sie zu lesen.
Jeden letzten Samstag im Monat gibt es dabei eine meist gruselige Geschichte, die ich inzwischen mit Geräuschen, Musik und Ambient-Sounds versehe, um euch ein optimales Hör- und damit Gruselerlebnis zu geben. Dabei lese ich sowohl Creepypastas, als auch Geschichten aus dieser Community. Wenn du auch schreibst und mir deine Geschichte zur Vertonung anvertrauen möchtest, schick mir deine Geschichte gern an kontakt@pia-liest.de. Besuch mich doch auch gern bei Instagram unter pia.liest_

Ich freue mich auf dich. Und jetzt lehn dich zurück und lass dir eine Geschichte erzählen.

Viel Spaß wünsche ich dir.
Deine Pia

von und mit Pia-Rhona Saxe

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