Pia liest

Pia liest

Geschichten für Alle!

Transkript

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00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Pia Liest.

00:00:05: Es ist der letzte Samstag im Monat, deswegen habe ich euch natürlich auch heute eine Geschichte mitgebracht.

00:00:12: Keine Sorge!

00:00:12: Ich bin ein bisschen erkältet – das hört man vielleicht auch aber ich hab die Geschichte schon vor einer Weile aufgenommen.

00:00:18: Das heißt ihr bekommt gleich das volle Hörerlebnis ohne Heiserkeit und Nase mit drauf….

00:00:23: Und heute gibt

00:00:25: es

00:00:26: Runaway von meinem Hörer Thorsten, von dem wir im letzten Monat auch schon eine höhere Geschichte namens Die Vettel genossen haben.

00:00:35: Und

00:00:35: genau heute geht es weiter mit seiner zweiten Einsendung!

00:00:39: Wenn ihr Lust

00:00:40: habt

00:00:41: mir auch eure Geschichten einzuschicken dann tut das weiterhin sehr gern

00:00:45: an

00:00:46: contact at pia-list.de.

00:00:50: Dann möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten, welche Bücher mit meiner Stimme in diesem Monat erschienen sind.

00:00:56: Und zwar haben wir folgende Hörbuchproduktionen im April auf den Weg gebracht!

00:01:02: Einmal für die True Crime und Fiction-Crime für die Thrillerfans unter Euch.

00:01:09: Let's

00:01:10: Split Up von Bill Wood Das habe ich zusammengesprochen mit Julian Horreysäck, Nils Kretschmer und Lisa Cardinale eine Geschichte, die in mehrere Point of Views aufgeteilt ist.

00:01:22: Und da geht es um ein altes Herrenhaus, in dem er spucken soll und gleichzeitig kommen unter mysteriösen Umständen verschiedene Menschen in der Kleinstadt, in der das ganze Spiel zu

00:01:35: Tode

00:01:36: und eine Truppe von Teenagern –

00:01:39: u.a.,

00:01:39: ich also!

00:01:41: Nicht ich, sondern meine Rolle zusammen mit den anderen fängt an auf eigene Faust zu ermitteln und sie machen kleiner Spoiler aber eigentlich nicht weil der Titel verrät ist.

00:01:53: Den Fehler sich aufzuteilen.

00:01:56: Dann haben wir Nymphentraum von Maloubichon ein zweiter Teil Und ich möchte euch sagen bitte bitte hört in ersten teil musenrausch unbedingt vorweg.

00:02:07: eine ganz komplexe Geschichte, die als Urban Fantasy beginnt und sich dann eigentlich eher in so einer High-Fantasy entwickelt mit Magie und griechischer Mythologie.

00:02:19: Ganz ganz ganz toll und poetisch geschrieben hat mir unheimlich gut gefallen.

00:02:23: Habe ich gemeinsam gesprochen mit Vincent Fellow, Hannah Shetman, Eileen Wrocina und Emily Kaplan und das Ganze

00:02:30: ist erschienen

00:02:31: bei Lübe Audio.

00:02:34: Dann haben wir The Sea Sisters.

00:02:36: Das ist auch so ein bisschen Mystery, man weiß nicht genau was es mit der einen passiert.

00:02:43: Was geht überhaupt ab?

00:02:45: Ist eine Dual-PoV geschrieben von Lucy Clark.

00:02:51: Das habe ich gesprochen gemeinsam mit der wunderbaren Ankatrin Hintz und das ist erschienen bei USM

00:02:57: Audio.

00:02:59: Und

00:02:59: zu guter Letzt und wirklich last but not least, Empire of Burning Shadows von Maxim Herbord erschienen bei Hörbuch Hamburg bzw.

00:03:08: Selberfisch und das ist eine

00:03:12: großartige Geschichte.

00:03:13: ich war

00:03:14: schwer beeindruckt denn Es ist das Debüt der Autorin und es handelt sich dabei einfach direkt um eine High Fantasy.

00:03:21: Und ich finde, das ist so komplexer Stoff!

00:03:24: Da hatte ich im großen Respekt

00:03:26: vor Maxim, dass sie sich daran gewagt hat

00:03:28: als Erstlingswerk... ...und sie hat es

00:03:30: verdammt gut gemacht.

00:03:31: Das ist ne hervorragende Story

00:03:33: mit

00:03:34: Num-Love Triangle und viel viel Knisterreihe Und vor allem unglaublich viel Action und einem irren Worldbuilding, also das hat mir wahnsinnig viel Freude gemacht.

00:03:47: Vor allem hat es auch ein mittelalterliches Setting was ich persönlich sehr mag!

00:03:53: Dann noch ein fettes Danke an Katharina Theresea Christina und Gordon für ihre Unterstützung via PayPal im vergangenen Monat.

00:04:02: Wenn ihr mich auch unterstützen möchtet, dann könnt ihr das monetär auch gerne tun indem ihr einen Betrag eurer Wahl an Danke at Pia-List.de via PayPal schickt Aber natürlich auch ohne Geld zu schicken Indem Ihr Empfehlungen für den Podcast ausspricht Indem ihr

00:04:21: die

00:04:21: Bewertungsfunktionen in den Podcast Apps eurer Wahlen nutzt Ja, indem ihr einfach

00:04:27: dafür sorgt

00:04:28: dass der Podcast bekannter wird bei den Leuten die gerne gruselige Geschichten vielleicht auch zum Einschlafen hören.

00:04:33: Überall das freue ich mich

00:04:35: sehr!

00:04:36: Und zu guter

00:04:37: Letzt ein dickes fettes Dankeschön nochmal an den lieben Thorsten für die Übersendung der beiden Geschichten.

00:04:44: Ich hatte wirklich

00:04:45: viel viel Freude beim Einsprechen und auch beim Bearbeiten beim Editing hinterher.

00:04:50: Vielen vielen dank dafür lieber Thorsten.

00:04:53: So

00:04:53: Und damit entlasse ich euch in die heutige Geschichte.

00:04:57: Wünsche euch

00:04:58: ein

00:04:59: paar sonnige Tage, einen schönen Mai und wir hören uns am Ende des nächsten Monats

00:05:22: wieder!

00:05:32: Diesen Sturzbechen kann das Blattwerk der Bäume nicht ausreichend Widerstand leisten.

00:05:37: Wasser findet immer seinen Weg, in diesem Fall über Äste und Stämme bis hinab zum Waldboden – und zu mir, der ich das Pech habe, mitten in diesem Unwetter im Nirgendwo herumzuirren!

00:05:48: Meine schmuddelige Jacke und der Hoodie darunter sind ebenso durchgeweicht wie die löcherigen Jeans, die mir schwer an den Beinen kleben … von meinen Sneakern ganz zu schweigen….

00:05:57: Bei jedem Schritt, den ich auf dem schlammigen nassen Moos-Vorwärtsstapfe die Hände ausgestreckt um Zweige und anderes gestrübt zur Seite zu schieben, schmatzt und schlürft das Wasser in meinen eulen Schuhen.

00:06:09: Ich bin durch Nest bis auf die Knochen.

00:06:11: Außerdem ist mir arschkalt!

00:06:14: Scheiße.

00:06:14: hier muss es doch irgendwo ein Zeichen von Zivilisation geben.

00:06:19: Ich habe schon einige harte Nächte auf der Straße zugebracht – doch dieses Unwetter mitten im finsteren verregneten Wald ist mir echt so

00:06:25: viel.".

00:06:27: Ich würde alles, was ich habe für ein warmes trockenes Plätzchen hergeben.

00:06:31: Warum musste ich auch so einen Pech haben, dass die Ärsche von der Bahn mich in diesem Güterwagon erwischt haben?

00:06:37: Die wollten mich zwar festhalten und den Bullen übergeben – doch ich war zu flink für die Spakos!

00:06:42: Ich konnte abhauen und in den Wald fliehen.

00:06:45: Seither versuche ich, mich zur Autobahn durchzuschlagen.

00:06:48: Nur habe ich im Dunkeln und bei dem Regen die Orientierung verloren.

00:06:52: Jetzt werde ich mir hier sicher eine Lungenentzündung

00:06:54: einfangen.".

00:06:56: Scheiß egal, lieber in Freiheit sterben als noch eine Sozialleinrichtung von Innensehen.

00:07:02: Mit diesen trotzigen Gedanken stapfe ich weiter durch den verregneten Wald.

00:07:06: Plötzlich bemerke ich wie ein drüber Lichtschein zwischen dem dunklen Baumstemmen auftaucht – einen winziger Fleck aus Licht mehr nicht!

00:07:15: Entschlossen beiße ich die Zähne zusammen und bahne mir meinen Weg auf diesem kläglichen Hoffnungsschimmer zu.

00:07:21: Das Buschwerk um mich herum lichtet sich nach und nach bis ich tatsächlich den Waldrand erreicht habe….

00:07:27: Nur einige Meter von mir entfernt sehe ich die Rückfront einer Tankstelle und einer kleinen Raststätte aus der Regennacht auftauchen.

00:07:35: Vor Erleichterung atme ich tief durch, beschleunige meine Schritte.

00:07:39: Einige Lkw- und kleinere Autos stehen in den Parkbuchten.

00:07:44: Ein Grünstreifen mit ein paar Linden sowie eine Lärmschutzwand schirmt die Anlage von der Autobahn ab.

00:07:49: Ich lasse die Zappsäulen hinter mir Vor euch eintrete, ziehe ich mir meine Kapuze noch etwas tiefer ins Gesicht.

00:07:59: Ich muss vorsichtig sein!

00:08:01: Nach meinem Stundenlangen um Herr Irren im Wald, hungrig und klatschnass bin ich sehr gereizt.

00:08:07: An Gesichts dessen wäre es kein Wunder wenn mir meine Krankheit so deutlich ins Gesicht geschrieben stehen würde dass alle durchdrehen die mehr in die Augen sehen.

00:08:16: Die Automatik-Türen gleiten auf und ich husche Gedukt ins Warme.

00:08:21: So gleich nehme ich die Essens-Difte und das leise Murmeln einiger Leute war.

00:08:26: Schnell linse ich einmal unter meiner Kapuze hervor.

00:08:29: Als ich sehe, wo es zu den Toiletten geht, richte ich meinen Blick sofort wieder auf den gefließten Boden.

00:08:35: Möglichst unauffällig verschwende ich im Sanitärbereich in einer der abschließbaren Kabinen.

00:08:40: Dort zerre ich mir die nasse Kleidung vom Körper und lasse sie auf dem Boden fallen.

00:08:46: Nachdem ich das Klo benutzt habe durchwühle ich mein Rucksack – natürlich ist auch er Durchnest!

00:08:52: Doch das T-Shirt und die Hose, die ich daraus hervorziehe sind zum Glück bloß feucht.

00:08:57: Besser als nichts.

00:08:59: Meine nassen Klamotten stopfe ich in den Rucksack, nur meine versifften Schuhe ziehe ich Notgedrungen nochmal an.

00:09:05: Mehr als das eine paar besitze ich nicht.

00:09:08: Hastig fahre ich mir mit der Hand über mein Gesicht kann so aber erst mal nichts Verräterisches feststellen.

00:09:14: Vielleicht habe ich ja Glück obwohl mir tierisch der Magen knurrt.

00:09:18: Angestrengt lausche ich in mich hinein.

00:09:21: Es scheint alles ruhig zu sein.

00:09:23: Auch im Toilettenraum kann ich sonst niemanden hören.

00:09:26: Also öffne ich die Kabinentür, hasse hinüber zu den Waschbecken und mustere kritisch mein Gesicht das mir von dort entgegen sieht.

00:09:35: Mein langes Haar klebt mir feucht am Schädel Es ist dunkelbraun.

00:09:39: durch die Nässe scheint es fast schwarz.

00:09:42: Es ist nicht der kleinste rote Schimmer in meinen Stränen zu sehen.

00:09:45: Auch meine Augen sind stinknormall braun.

00:09:48: Ich reiße den Mund auf.

00:09:50: Meine Zähne stehen wie gewohnt etwas schief.

00:09:53: Alles in Ordnung.

00:09:54: In der reflektierenden Oberfläche sehe ich mich selbst, einen siebzehnjährigen etwas haberen und ziemlich feuchten Ausreißer.

00:10:01: Er hat eine heiße Dusche und saubere trockener Kleidung bitter nötig – und etwas zu essen!

00:10:07: Eingehend betrachte ich meine Hände.

00:10:10: Auch meine Finger erscheinen unauffällig, obwohl die Nägel schwarz vor Dreck sind.

00:10:16: Zum zweiten Mal in dieser Nacht atme ich tief durch.

00:10:19: Alles ist okay.

00:10:21: Nicht mal.

00:10:22: ich sehe mir meine Krankheit gerade an….

00:10:25: Vielleicht bekomme ich die Sache langsam in den Griff.

00:10:28: Stress, Hunger, Wut – all das hat sonst dafür gesorgt dass sich diese unschöne Sache zu zeigen beginnt.

00:10:34: Ich drehe den Wasserhahn auf und wasche mir die Hände.

00:10:37: Saufen und andere Drogen machen es auch schlimmer!

00:10:41: Ich gehöre zu den Typen, die wirklich übel ausrasten wenn sie die Kontrolle verlieren wie ich auf ziemlich unangenehme Weise feststellen durfte.

00:10:49: Wahrscheinlich bin ich das einzige Street-Kid, das komplett abstinent lebt.

00:10:53: Das hat bei den anderen Ausreißern, egal in welcher Stadt ich mich herumgetrieben habe immer für ein gewisses Maß an Misstrauen gesorgt.

00:11:01: Ja, nie das Schicksals!

00:11:03: Ich schnappe mir meinen Rucksack und die Jacke – dann gehe ich aus der Toilette raus und lasse zum ersten Mal meinen Blick durch den ganzen Gastrobereich der Raststätte schweifen.

00:11:13: Viel ist nicht mehr los….

00:11:14: Es gibt ein knappes Dutzend Tische mit Stühlen aber es sind nur noch fünf ….

00:11:18: nein sechs Leute da….

00:11:21: Ein Pärchen, der Rest sitzt für sich allein.

00:11:24: Es gibt ein paar Verkaufsregale mit Süßigkeiten, Zeitschriften, billigem Spielzeug und etwas Autozubehör.

00:11:30: Scheiben wir schon so'n Zeug.

00:11:32: Interessiert mich alles nicht!

00:11:35: Mein Magen knurrt laut.

00:11:36: Ich schlofe über die roten und weißen Fliesen rüber zur Theke.

00:11:40: Es gibt Bockwürste mit Pommes Schnitzel mit Poms Burger mit Pomes Rühreil mit Bohnen und Speck Sandwiches Und abgepackte Salate.

00:11:50: Ich bin sofort daumt hungrig.

00:11:52: Gleich fange ich zu Sabban an.

00:11:55: Die Bedienung, eine füllige grimmige Frau mit schlecht blondierten Haaren, mustert mich misstrauisch.

00:12:00: Und?

00:12:01: Was willst

00:12:01: du?"?

00:12:02: sich er.

00:12:03: fragt sie sich was ich allein hier mitten in der Nacht treibe noch dazu in müffelnden feuchten Klamotten.

00:12:10: Burger und Pommes antworte ich.

00:12:12: Haste genug Geld?

00:12:14: schnaht sie ohne jede Spur von Freundlichkeit.

00:12:18: Kurz spüre ich wie sich meine Kiefer gereizt aufeinander pressen.

00:12:21: Jetzt komme mir bloß nicht so denke ich wütend.

00:12:24: Ich taste in einer Jackentasche herum Und meine Finger stoßen durch ein großes Loch raus ins Freie.

00:12:31: Scheiße, das ist neu!

00:12:33: Vorher war da kein Loch.

00:12:35: Ein dorniger Zweig muss mir die Jackentasche zerrissen haben als ich im Dunkeln durch den Wald geirrt bin ohne dass sich es bemerkt habe.

00:12:42: Fluchend lasse ich meinen Rucksack zu Boden gleiten und durchwühle ihn – so fördere ich nur etwas Kleingeld zutage mehr nicht.

00:12:50: Vergiss es kleiner", kommentiert die Alte meiner verzweifelten Bemühungen höhnisch.

00:12:54: Keine Moneten können

00:12:56: essen.".

00:12:57: Sie kneift die Augen zusammen.

00:13:00: Du bist allein unterwegs, oder?

00:13:02: Glaub nicht dass du hier im Trocknen auf einer Bank pennen kannst!

00:13:05: Ich rufe die Polente wegen dir da kann ich dir versichern.

00:13:09: Heiß beginnt die Wut in mir zu pulsieren wie ein wildes Tier.

00:13:13: Du fette Kröte solltest mir lieber was zu essen geben ansonsten hole ich es mir.

00:13:19: Meine Finger krallen sich zitternd in den Stoff meines Rucksacks.

00:13:25: Einatmen Ausatmen Ruhig bleiben, nicht durchdrehen.

00:13:30: Behalte die Kontrolle!

00:13:33: Tatsächlich gelingt es mir meine dumfe Wut zurückzudrängen.

00:13:37: Während ich aufstehe höre ich Schritte, die langsam näher kommen.

00:13:41: Einer der Gäste ist aufgestanden und tritt an den Dresen heran.

00:13:45: Er muss so in den Vierzigern sein.

00:13:47: Er trägt dunkle Kleidung, seine schwarzen Haare sind streng nach hinten gekämmt.

00:13:52: Der Kerl wirft mir einen kurzen Blick zu.

00:13:54: dann wendet er sich an die Bedienungen.

00:13:57: Einmal Burger mit extra viel Pommesbette, Rotweiß.

00:14:00: Eine große Cola.

00:14:01: und was heißt es zum Trinken?

00:14:03: Seine Stimme hat einen angenehmen Sonorenklang als würde ein dicklicher Carter schnurren.

00:14:09: Er wendet sich zu mir um.

00:14:11: Kaffee oder Tee?

00:14:13: Ich zögere kurz.

00:14:15: Kaffe zwei Stück Zucker.

00:14:17: Enniggt!

00:14:19: Was macht das?

00:14:20: fragt er die Bedienung.

00:14:22: Etwas wieder will.

00:14:23: ich nenn sie ihm den Preis.

00:14:26: Kurz darauf sitze ich alleine an einem der Tische Mache mich völlig ausgehungert über das fettige, salzige und vor allem heiße Essen her.

00:14:34: Muss mich beherrschen um nicht alles in drei Minuten herunterzuschlingen!

00:14:37: Den Kaffee habe ich bereits getrunken.

00:14:40: Ich stopfe mir eine Ladung Fritten in den Mund Und spüle mit einem ordentlichen Schluck Cola nach.

00:14:46: Dann vertelge ich den Burger.

00:14:48: Als ich fertig bin lehne ich mich auf dem Stuhl zurück und genieße Das warme volle Gefühl in meinem Magen.

00:14:54: Dabei muss ich mich behrschen um Nicht laut zu rülpsen.

00:14:58: Das ist besser nehme ich an.

00:15:00: Ich öffne die Augen.

00:15:02: Neben dem Tisch steht mein fremder Wohltäter mit der angenehmen Stimme.

00:15:06: Darf ich mich setzen?

00:15:31: Daher lasse ich mich zu einem stummen Nicken hinreisen.

00:15:36: Danke!

00:15:37: Er nimmt sich einen Stuhl und setzt sich mir gegenüber.

00:15:40: Ich bin Victor, stellt er sich vor.

00:15:42: Magst du mir deinen Namen verraten?

00:15:45: Er hat nicht nur eine warme Stimme sondern auch freundliche Augen.

00:15:48: Sein Blick hat etwas Verschmitztes.

00:15:50: Irgendwie schafft der es dass ich mich allein durch seine Anwesenheit noch etwas mehr entspanne.

00:15:56: Runaway sage ich ernst.

00:15:59: Zugegeben das ist nicht der Name den sie in meine Geburtsurkunde eingetragen haben.

00:16:03: Der lautet anders, aber das ist für mich mein falscher Name.

00:16:07: Es ist der Name mit dem ich in Pflegefamilien und Kinderheimen gerufen worden bin.

00:16:12: Meine biologischen Erzeuger haben mir keinen Namen geschenkt.

00:16:16: Es gab keinen Brief den sie mir mitgegeben haben – nur ein plärendes Blag, dass sie in dieser verdammten Babyklappe abgelegt haben!

00:16:23: Vielleicht haben Sie schon geahnt was für ein ganz besonderes Problemkind ich werden würde?

00:16:28: Das erste Mal bin ich mit sechs Jahren einer Pflegefamilie weggerannt wurde natürlich geschnappt.

00:16:35: Aber aller Anfang ist schwer, also bin ich immer wieder und wieder abgehauen.

00:16:40: Jetzt lebe ich seit etwas mehr als zwei Jahren auf den Straßen.

00:16:44: Wegen meiner beschissenen Krankheit habe ich es nie geschafft länger irgendwo zu bleiben ohne Aufmerksamkeit zu erregen.

00:16:50: Schon als ich noch klein war lauerte die Wut in mir – doch als Kind hatte ich kaum diese besonderen Anfälle.

00:16:58: Wenn es jetzt passiert werden die Anfelle aber immer krasser!

00:17:01: Ist vielleicht so ein Pubertätsting?

00:17:03: Jedenfalls ist es für mich am besten in Bewegung zu bleiben.

00:17:07: Wenn ich mal vor Wut austicke, muss sich sowieso die Stadt verlassen – also renne ich davon!

00:17:12: Run Away Mein Straßenname ist meine Identität.

00:17:17: Ich schreibe ihn als Grafitor auf S-Bahnwaggons und an Mauern In jeder Stadt, in die ich komme Mit einem fetten Anarchiesymbol als mittleres A. Victor blinzelt überrascht hat sich aber sofort wieder im Griff.

00:17:32: Okay run away.

00:17:34: So wie ich deine Lage einschätze, ist der Name Programm.

00:17:36: Stimmt es?

00:17:37: Wie lange lebst du schon auf der Straße?

00:17:39: Wie alt bist du?

00:17:41: Solange wie ich will, achtzehn lüge ich!

00:17:45: Du machst zwar einen netten harmlosen Eindruck Viktor aber ich bin kein Idiot.

00:17:49: Idioten passieren schlimme Dinge auf der Straße.

00:17:52: Versuch besser nicht mich zu verarschen denke ich.

00:17:55: Victor nickt kurz dann legt er seine Karten auf den Tisch.

00:18:00: Wie du meinst?

00:18:01: im Grunde geht mir das alles nichts an da hast du recht.

00:18:04: Gleichzeitig möchte ich dir anbieten, dich in die nächste Stadt mitzunehmen.

00:18:08: Mit dem Kopf deutet er in Richtung der dicken Bedienung, die uns von ihrer Theke her böse Blicke zuwirft.

00:18:13: Hier kannst du heute nach jedenfalls nicht bleiben!

00:18:17: Der Gedanke ist verlockend.

00:18:19: Sicher sind es von hier etliche Kilometer zu Fuß in die nächsten größere Stadt – falls ich die so überhaupt erreichen kann.

00:18:25: Es wäre auch nicht das erste Mal dass sich Trampe... Draußen regnet es noch immer in Strömen Mitten in der Nacht, irgendeine Auto an der Auffahrt anzuhalten und dann mitgenommen zu werden ist wie ein Sächser im Lotto.

00:18:37: Sehr unwahrscheinlich dass das klappt!

00:18:41: Was willst du dafür?

00:18:42: Frage ich misstrauisch.

00:18:44: Wie gesagt Ich bin kein Idiot.

00:18:47: Viktor schüttet den Kopf.

00:18:49: Keine Sorge!

00:18:51: Ich habe ja gesehen, dass Du nicht viel Geld hast.

00:18:53: Du musst also nicht dafür bezahlen oder so... Ich muss fast bitter lachen.

00:18:58: Für Wiener Yves hält der Kerl mich bitte schön.

00:19:02: Ich meine, was für eine Gegenleistung willst du dafür?

00:19:05: Irgend einen scheißwollen Typen wie du doch immer.

00:19:07: Soll ich es dir mit der Hand machen oder

00:19:09: so?".

00:19:10: Victor sieht mich ruhig aus seinen warmen dunklen Augen an.

00:19:15: Es tut mir leid Runaway!

00:19:17: Du scheinst sehr viel durchgemacht zu haben.

00:19:19: Das kann nicht ändern.

00:19:21: Ich kann dir nur anbieten dich mit in die nächste Stadt zu nehmen.

00:19:24: Du kannst mitkommen oder es bleiben lassen.

00:19:26: ist das deine Wahl.

00:19:28: Seine sonore Stimme betont jedes Wort auf ganz besondere Weise.

00:19:32: Es klingt wirklich sehr angenehm, wenn Victor spricht.

00:19:37: Ich fordere von dir weder Geld noch Gegenleistungen der Art die du angedeutet hast.

00:19:41: Wenn Du ablehnst stehe ich auf und gehe.

00:19:44: Dann wirst Du Dich allein durch diese Nacht schlagen müssen.

00:19:47: Er sieht mir tief in die Augen.

00:19:49: Das Unwetter wird noch einige Stunden andauern.

00:19:52: Du willst nicht alleine da draußen sein Und er mitzu.

00:19:57: Ich kann immer noch hören wie der Regen gegen die Fensterscheiben prasselt.

00:20:01: Scheiße, natürlich will ich nicht weiter zu Fuß durch dieses Unwetter latschen.

00:20:06: Und Victor hat Recht!

00:20:07: Hier Pennen kann ich auch nicht... Die verdammte Bedienung wird noch die Bullen rufen wenn nach dem Essen hier weiter herumlungere.

00:20:14: Darauf kann ich echt verzichten.

00:20:17: Ich denke an das vertraute Gefühl dass mir Victor von Anfang angegeben hat.

00:20:21: Das habe ich seit zig Jahren bei keinem Menschen mehr gehabt.

00:20:24: liegt vielleicht an seiner Stimme Wenn ich sonst Trampel muss sich auch nehmen was kommt.

00:20:30: Warum also, Wiktors Angebot ablehnen?

00:20:34: Okay, Victor, Murmlech.

00:20:37: Ich komme mit dir!

00:20:40: Zum Glück steht seine Karre ganz nah am Eingang des Rasthofes so dass wir nur kurz durch den Regen eilen müssen.

00:20:46: Soweit ich erkennen kann ist es ein alter dunkler Kombi.

00:20:50: Auf der Rückbank liegt eine pralle Reisetasche.

00:20:53: Ich lasse mich auf dem Beifahrersitz fallen.

00:20:55: Er ist mit Schafsfell überzogen genau wie Wiktor sitz und das Lenkrad.

00:21:00: Den Rucksack lege ich zwischen meinen dreckigen Sneakern ab.

00:21:05: Du bist auch unterwegs, frage ich und zeige nach hinten auf die Tasche.

00:21:08: Ernickt!

00:21:09: Ich bin viel auf Geschäftsreisen.

00:21:12: Victor startet den Motor – Die Heizung erwacht zum Leben.

00:21:15: Die Digitalanzeigen beginnen zu leuchten.

00:21:19: Es ist dreiundzwanzig Uhr siebzehn als wir losfahren.

00:21:22: Geschäfts- reisen?

00:21:24: Was für Geschäfte machst du?

00:21:25: Frage ich.

00:21:26: Nicht weil ich wirklich interessiert bin.

00:21:28: Ich habe einfach das Gefühl irgendwas sagen zu müssen.

00:21:35: Als Victor sieht, dass sich ihn völlig überrumpelt anstarre beginnt er zu lachen.

00:21:40: Nein natürlich nicht!

00:21:42: Ich bin als Berater tätig und muss wegen meiner Klienten viel reisen.

00:21:45: Wenn du magst erzähle ich dir etwas davon.

00:21:47: Vielleicht hast du danach ja Lust mir etwas aus deinem Alltag zu berichten.

00:21:51: Wir scheinen ja sehr unterschiedliche Lebensrealitäten zu haben meint er augenswinkelnd.

00:21:56: Worauf du einen lassen kannst denke ich.

00:21:59: Du ahnst ja nicht mal wie unterschiedlich.

00:22:02: Zwar interessiert es mich einen Scheiß, was für Beratungen Victor so anbietet und ich habe ganz bestimmt nicht vor ihm etwas aus meiner Vergangenheit zu erzählen.

00:22:10: Doch ich lasse Victor von Firmenstrukturen- und Bilanzenschwafeln so viel erlustig ist.

00:22:15: Meine Ohren und meinen Hirn schalten einfach auf Durchzug!

00:22:19: Ich rutsche so tief wie möglich in den bequemen Sitz hinein... ...und blicke durch die Windschutzscheibe.

00:22:25: Langsam dämmer' ich weg.

00:22:31: Aufwachen Runaway!

00:22:34: Weder will ich hebe' ich die schweren Lieder.

00:22:37: Wo bin ich?

00:22:38: Ich muss tief geschlafen haben.

00:22:40: Nur langsam erinnere ich mich daran, dass ich zu Victor ins Auto gestiegen bin.

00:22:45: Noch immer tut müde, stämme ich mich im Sitz hoch.

00:22:48: Mein Blick fällt auf die Digital-Om am Atorenbrett – zwei Uhr fünfundvierzig.

00:22:54: Run away stark aus!

00:22:55: sagt Victor.

00:22:57: Wie von selbst lösen meine Hände den Verschluss des Gurtes und öffnen die Beifahrertür?

00:23:02: Schlaf drunken schwinge ich meine Füße aus dem Auto und stehe schwankend auf.

00:23:09: Der Regen hat nachgelassen.

00:23:12: Es tröpfelt nur noch!

00:23:15: Um mich herum ist alles dunkel, bloß die Lichtkegel der Scheinwerfer brennen.

00:23:18: grelle Schneisen in die klamme Finsternis.

00:23:22: Ungefähr zwanzig Meter vor mir reißen sie grau-grüne Baumstemme aus der Schwärze.

00:23:27: unter meinen abgewetzten Sohlen knischt Kies.

00:23:31: Langsam schaue ich in die Runde.

00:23:34: Verwirrt erkenne ich eine Fabrikruine, die sich neben Victor's Karre erhebt – das Bauwerk ist komplett dunkel und das Grundstück verwildert.

00:23:42: Ansonsten sind da nur Bäume, die uns schweigend und düster unzingeln.

00:23:47: Der Motor wird abgestellt – nur die Scheinwerfer leuchten noch.

00:23:51: Victor steigt aus!

00:23:54: Irgendwas stimmt hier nicht, wird meinem Verpenden Hirn langsam klar….

00:23:58: Ich weiche einen Schritt von Viktor

00:23:59: fort.".

00:24:00: Runaway still gestanden", commandiert er mit seiner Stimme, die jetzt nicht mehr angenehm und warm sondern tief-und mächtig klingt.

00:24:08: Mein Körper erstarrt... Ich will herumfahren und in den Wald rennen, aber meine Beine und Füße bewegen sich kein bisschen.

00:24:16: Dafür beginnt mein Herz Will zu pochen.

00:24:19: Schweißperlen treten auf meine Stirn vermischen sich mit den letzten Regentropfen!

00:24:24: Ich will aufschreien doch Viktor's Stimme erklingt erneut und befiehlt mir, schweig stille Runaway!

00:24:31: Panisch öffne ich den Mund, doch der Schrei verstummt noch in meiner Kehle.

00:24:36: Völlig wehrlos stehe ich da sprach-und reglos während Victor immer näher auf mich

00:24:40: zukommt.".

00:24:42: Seine Augen starren mich an wie die einer Schlange.

00:24:46: Der Mann schließt seine Arme um mich, eine feste Umarmung gleich einem Schraubstock.

00:24:51: Paralysiert glotze ich weiter geradeaus als Viktor seine Litten gegen meinen Halspresst.

00:24:56: Schmerz blitzt auf, scharf und rot!

00:24:59: Schreien kann nicht.

00:25:02: Victor beginnt zu trinken – der Schmerzen klingt ab.

00:25:06: Ich kann spüren, wie mein Blut aus mir heraus in seinen Rachen sprudelt, doch es tut nicht

00:25:11: weh.".

00:25:12: Eisige Lehre und Taubheit breiten sich in meinen Gliedern aus, sie ersticken meinem letzten Widerstand.

00:25:18: Meine Gedanken zerfasern – mit jedem Schluck Blut den Victor mir raubt werde ich schwächer!

00:25:25: So totmüde... Nein, Schwächling!

00:25:33: Ganz tief in mir drin glimmt ein winziger funken purer Wut auf.

00:25:37: Meine Wut die nicht schlafen will, meine Wut di nicht sterben will, meine Wut, meine Krankheit will... Kämpfen los!

00:25:45: Reiß ihn das Herz

00:25:46: raus!".

00:25:48: Der Funkenwut wird zu zwei grellen Flammenzungen, die aus der Tiefe in mir hervorbrechen und durch die Muskeln meiner Arme peitschen.

00:25:55: Als wäre ein Stromschlag durch meinen Körper gefahren, sprengte ich Viktor's tödliche Umarmung – er wird von mir weggestoßen und gegen sein Auto geschleudert!

00:26:03: Die Kraft in mir fällt wieder zu einem Funken in sich

00:26:05: zusammen.".

00:26:07: Ich schaffe es noch rückwärts, ein paar Schritte in Richtung Wald zu taumeln, dann breche ich ihn die Knie.

00:26:12: Mein Blut spritzt weiterhin pulsierend aus der grausamen Bisswunder an meinem Hals.

00:26:17: Zusammen gekrümmt, liege ich auf dem regennassen Kies.

00:26:20: Verzweifelt presse ich beide Hände auf die Wunde.

00:26:23: Mein Blutzick hat warm und klebrig zwischen meinen Fingern hervor.

00:26:27: Liege hier nicht so faul herum!

00:26:28: Töte

00:26:29: ihn!".

00:26:31: Obwohl ich kaum noch bei Bewusstsein bin, spüre ich wie die Wut in mir wieder anwächst.

00:26:36: Sie vertreibt die Kälte aus meinen Gliedern.

00:26:38: Ein gereiztes Knurren dringt aus meiner

00:26:40: Kehle.".

00:26:43: Wo ist die Beute?

00:26:46: Viktor hat sich wieder aufgerappelt, er tritt ins Scheinwerferlicht.

00:26:50: Sein Gesicht ist verzerrt vor Zorn.

00:26:53: Wie kannst du es wagen, dich mir zu widersetzen Du Wurm!

00:26:57: Seine Augen scheinen tiefer in den Höhlen zu liegen als vorher.

00:27:00: Sie sind blutunterlaufen, seine Haut ist totenbleich.

00:27:04: sein Mund ist zu einem diabolischen Schlund geworden.

00:27:07: Dort wo die Lippen nicht mit meinem Blut besudelt sind haben sie sich schwarz verfärbt.

00:27:11: zwei spitze Fangzähne blitzen im Licht der Scheinwärfer auf.

00:27:15: Seine ganze Visage ähnelt mehr der Fratze eines grinsenden Totenschädels als dem Gesicht eines Menschen.

00:27:23: Victor streckt gierig die Hände nach mir aus, die Finger sind lang – viel zu lang mit Spitzen nägeln!

00:27:30: Ich versuche auf die Beine zu kommen bevor ich zu geschwächt vom Blutverlust bin.

00:27:34: Victor ist schneller.

00:27:35: Seine Spinnenfinger verkrallen sich in meiner Kleidung.

00:27:38: Er reist mich hoch, als wäre ich ein Fliegengewicht.

00:27:42: Zischend hebt er mich über seinen Kopf.

00:27:44: Sein Blick flackert schlimmer als bei den Junkies, denen ich schon begegnet bin.

00:27:49: Victor öffnet seine Kiefer wie die einer Würgeschlange.

00:27:52: Gierig säuft er mein Blut, das aus meinem Hals direkt in seinen Schlund tropft!

00:27:57: Beute brüllt die Krankheit in mir!

00:28:00: Lass mich raus!

00:28:02: LASS MICH TÜTEN!

00:28:06: Bevor mir schwarz vor Augen wird, grenze ich fies... FASS!

00:28:14: Dann verliere ich die Kontrolle.

00:28:17: Der Feuerball aus Wut tief in meinem Inneren explodiert.

00:28:20: Hitze brennt sich quer durch Fleisch und Knochen, der Schmerz lässt mich schreien!

00:28:25: Ich platze aus mir selbst heraus, meine Muskeln schwellen an werden Eisenhardt.

00:28:30: Stoff zerreißt.

00:28:31: Millionen glühender dünner Nadelstiche sprießen durch meiner Haut, werden zu dichtem roten Pelz.

00:28:38: Knackend verformt sich mein Skelett, splitternd brechen Kiefer und Zähne als mein anderes tödlicheres Gebiss

00:28:45: durchbricht.".

00:28:46: Ich registriere noch, wie sich Victors Griff überrascht lockert.

00:28:49: Dann gehe ich in glühend heißem roten Zorn unter.

00:28:53: Zerreißn!

00:28:55: Fress'n!

00:28:57: Mächtige Fänge verbeißen sich im kaltes CS-Fleisch.

00:29:00: Der Geschmack von Asche und geraubtem Blut auf meiner Zunge.

00:29:03: Dünne, bleiche Spinnenfinger versuchen Wunden zu schlagen.

00:29:07: Ihre Nägel scharren hilflos über rotes dichtes Fell.

00:29:11: Schwache Beute!

00:29:14: Mächtige Pranken schlagen zu.

00:29:16: Meine Klauen schneiden durch Kleidung, Fleisch, Knochen.

00:29:20: Alles kalt und tot.

00:29:21: Fressen!

00:29:28: Scheiße... Als ich wieder zu mir komme ist es heller Tag.

00:29:33: Mein Schädel dröhnt und jeder Muskel schmerzt.

00:29:36: Langsam rapple ich mich hoch, bringe mich in eine sitzende Position lehne meinen Rücken an einen dicken Baumstamm.

00:29:44: Ein widerlicher Geschmack hat sich wie ein Schimmelpilz in meinem Mund eingenistet.

00:29:49: Ich spucke aus doch das hilft nicht.

00:29:52: Zöganz sehe ich an mir hinab.

00:29:55: Beide Schuhe sind fort, die Jeans und meine restlichen Klamotten hängen in blutigen und mit Erde verdreckten Fetzen an mich herunter.

00:30:02: Ein scheuslicher Gestank hängt in der Luft!

00:30:05: Ich schnüffle an meiner Achselhöhle, kein müffelnder Menschenschweiß mehr ein bestialischer Raubtiergeruch.

00:30:12: Yep!

00:30:13: Der kommt von mir – und wie ich aussehe?

00:30:16: Für einen Moment schließe ich wieder die

00:30:18: Augen.".

00:30:20: »Super-Runaway!

00:30:21: Das hast du ja klasse hinbekommen.

00:30:23: Ist doch scheißegal, wenn ich den Anfall unterdrückt hätte, wäre ich jetzt tot!

00:30:28: Stimmt auch wieder.

00:30:30: Wo bist du eigentlich?

00:30:32: Gute Frage.

00:30:34: Vielleicht kann der wütende Typ dir ja was dazu sagen... Doch der schweigt natürlich.

00:30:40: Sicher pennt er irgendwo tief in mir drin.

00:30:43: So frei durfte er sich noch nie austoben.

00:30:46: Ich beende mein inneres Zwiegespräch und öffne die Augen um mich richtig umzusehen.

00:30:51: Bäume Nichts als Bäume, Sträucher unter Holz, Fahren und Laub.

00:30:56: Ich muss mich noch immer irgendwo tief im Wald befinden.

00:31:00: Plötzlich fällt mein Blick auf den Kadaver eines Rees – er liegt nur ein paar Schritte von mir entfernt.

00:31:06: Seine Flanke wurde aufgerissen die Rippen sind abgenagt, innere Organe und Fleisch fehlen.

00:31:12: An den krallen Spuren erkenne ich wer oder eher was das arme Tier erlegt und halb aufgefressen hat.

00:31:19: Mir wird übel.

00:31:20: Ich werfe mich herum und übergebe mich lautstark ins Gebüsch.

00:31:25: Dabei kneife ich mit aller Gewalt meine Lieder zusammen, ich will nicht sehen was sich da alles auskotze.

00:31:31: Irgendwann schaffe ich es vollends aufzustehen und mich auf den Rückweg zu machen.

00:31:36: Dazu muss ich nur den mächtigen Pfotenabdrücken rückwärts nachgehen die vor mir im schlammigen aufgeweichten Waldboden sehe.

00:31:44: Auf dem Weg versuche ich so gut es geht die Tatzenspuren mit meinen nackten Füßen zu zertrampeln.

00:31:49: Besser ich mache die Pferde unleserlich, bevor irgendjemand beim Pilze sammeln zufällig über sie stolpert.

00:31:57: Etwa eine Stunde später erreiche ich die Fabrikruine bei der Victor angehalten hat – sein Auto steht immer noch da!

00:32:03: Die Türen sind weiterhin offen….

00:32:05: doch die Scheinwerfer sind erloschen.

00:32:08: Sicher hat die Batterieschlapp gemacht.

00:32:11: Die Sonne befindet sich schon wieder jenseits ihres Zeniths — es muss bereits Nachmittag

00:32:15: sein.".

00:32:16: Auf dem Kies liegen die Überreste von Viktor's Kleidung, da zwischen feiner Asche eine ganze Menge davon.

00:32:23: Langsam schüttle ich den Kopf – kann es immer noch nicht glauben!

00:32:28: Ich ziehe meinen Rucksack aus dem Auto und hole meine regenassen Klamotten heraus, dann breite ich sie zum Trocknen auf dem Autodach aus.

00:32:36: Die nutzlosen Fetzen, die ich am Leib trage, streife ich ab und werfe sie achtlos zu Viktors Überresten.

00:32:41: Dann durchwühle ich die Reisetasche auf dem Rücksitz des

00:32:44: Autos.".

00:32:45: Ich finde ein paar Sachen, die mir nicht unbedingt passen.

00:32:48: Aber besser als nackt zu bleiben!

00:32:51: Erschöpft lasse ich mich auf den Beifahrersitz fallen und werfe einen Blick in den Rückspiegel.

00:32:56: Immerhin habe ich bereits wieder meine normale Größe.

00:32:59: Mein Schopf ist noch blutrot – auch meine übrige Körperbehaarung ist noch immer dichter als normalerweise.

00:33:05: Die Augen haben die Farbe von Bernstein.

00:33:08: Ober- und Unterkiefer stehen ein Stück weit vorne.

00:33:12: Mein Gewiss ist noch das einer Bestie.

00:33:14: Deswegen kann ich meine Lippen nicht richtig schließen.

00:33:17: Etwas Speichelsick hat mir aus dem Mundwinkel, doch wenn ich Glück habe sehe ich morgen wieder völlig menschlich aus!

00:33:24: Ich brauche nur noch etwas Erholung – dann werde ich mich langsam aber sicher zurück verwandeln….

00:33:29: bis zum nächsten

00:33:30: Anfall.".

00:33:33: Mühde werfe ich einen Blick hinüber zu dem Aschehaufen.

00:33:37: Nach siebzehn Jahren hab' ich das erste Mal ein anderes Monster umgetroffen und es wollte mich natürlich töten.

00:33:43: Wenigstens weiß ich jetzt zwei Dinge.

00:33:46: Erstens, ich bin nicht der einzige Freak, der durch die Welt irrt.

00:33:49: Zweitens – Wehrwölfe machen vampire Platt.

00:33:54: Geile Sache!

00:33:56: Ich taste nach der Wunder an meinem Hals.

00:33:58: Da ist nur noch eine ganz feine Narbe.

00:34:01: Bald werde ich mich wieder auf den Weg machen.

00:34:04: Weiter immer weiter fort.

00:34:06: von hier kommt mir besser nicht in die Quere.

Über diesen Podcast

Hereinspaziert und durchgegruselt! :)
Kleine Warnung: Hier werden zumeist gruselige Geschichten gelesen; sie können explizite Gewaltdarstellung und Horrorelemente enthalten.

Ihr Lieben, schön, dass ihr hergefunden habt.

Hier lese ich urheberrechtsfreie Kurzgeschichten vor oder solche, von denen der Rechteinhaber mir erlaubt hat, sie zu lesen.
Jeden letzten Samstag im Monat gibt es dabei eine meist gruselige Geschichte, die ich inzwischen mit Geräuschen, Musik und Ambient-Sounds versehe, um euch ein optimales Hör- und damit Gruselerlebnis zu geben. Dabei lese ich sowohl Creepypastas, als auch Geschichten aus dieser Community. Wenn du auch schreibst und mir deine Geschichte zur Vertonung anvertrauen möchtest, schick mir deine Geschichte gern an kontakt@pia-liest.de. Besuch mich doch auch gern bei Instagram unter pia.liest_

Ich freue mich auf dich. Und jetzt lehn dich zurück und lass dir eine Geschichte erzählen.

Viel Spaß wünsche ich dir.
Deine Pia

von und mit Pia-Rhona Saxe

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